
Der Streifen, mit dem er 1930 erstmals Geschichte macht, ist ein Fliegerfilm: „Höllenflieger“ („Hell’s Angels“) kostet mit vier Millionen Dollar so viel wie der Stummfilm „Ben Hur“ von 1925, spielt seine enormen Kosten aber doppelt wieder ein. Bei den Dreharbeiten passieren schwere Unfälle, die drei Piloten und einem Mechaniker das Leben kosten. Hughes steigt für die Flugszenen des Films sogar selbst ins Flugzeug und riskiert dabei buchstäblich Kopf und Kragen: Bei einem weiteren Unfall erleidet er einen Schädelbasisbruch. Doch auch das kann seine Flugleidenschaft nicht bremsen: 1932 gründet er die Hughes Aircraft Company für die Entwicklung von Flugzeugen und später auch Raumfahrzeugen. Und Hughes ist als Geschäftsmann alles andere als ein reich geborener Dilettant: Ein halbes Jahrhundert später sollte diese Firma 80.000 Menschen beschäftigen. Als General Motors die Firma im Jahr 1985 kauft, ist sie 5,2 Milliarden Dollar wert.
Exzentrisches Verhalten nimmt zu
Ihr Gründer sollte diesen Erfolg nicht mehr erleben. Gegen Ende der vierziger Jahre nimmt sein zuvor exzentrisches Verhalten massiv zu. Es heißt, Hughes würde sich nur von Brathuhn und Schokolade, Milch und Eiscreme ernähren, alle Gegenstände aus Furcht vor Bakterien nur noch mit Tüchern anfassen und dabei wochenlang weder baden noch seine Haare oder Nägel schneiden. Ist Hughes nach dem Unfall mit der XF-11 abhängig von Schmerzmitteln geworden? Über seinen Geisteszustand wird bis heute spekuliert. Als Geschäftsmann bleibt Hughes aber noch lange aktiv und erfolgreich. 1948 übernimmt er die Kontrolle über das Hollywood-Studio RKO. Dort produziert er unter anderem den Film, der bis an sein Lebensende sein Lieblingsfilm bleiben sollte – „Jet Pilot“ („Düsenjäger“) mit seinem engen Freund John Wayne in der männlichen Hauptrolle. Seine Manie, immer spektakulärere Flugszenen in die Filmhandlung einzubauen, sorgt für eine Produktionszeit von acht Jahren. Der Dreh beginnt Ende 1949, aber erst 1957 kommt der Film in die Kinos.
Zu dieser Zeit hat sich Hughes schon weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In den dreißiger Jahren hatte er Affären mit Hollywood-Stars wie Katherine Hephurn oder Ava Gardner, aber eine Schauspielerin bringt es wohl am besten auf den Punkt: „Ich glaube nicht, dass Howard etwas lieben kann, was keinen Motor in sich trägt“. Seine letzten beiden Jahrzehnte verbringt Hughes vor allem in Hotelzimmern und lässt sich dabei von einer Leibgarde aus Mormonen betreuen. Von dem einst so glamourösen und sportlichen Milliardär ist am Ende nichts mehr übrig. Hughes stirbt am 5. April 1976 bis zum Skelett abgemagert in einem Flugzeug über Texas auf dem Weg von Acapulco nach Houston an Nierenversagen.











