
Sturz aus Fenster in Mailand
Ermittler rätseln über Tod von ukrainischem Geschäftsmann
29.01.2026 – 22:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein ukrainischer Finanzmanager stirbt nach einem Sturz aus dem vierten Stock eines Hauses in Mailand. Die Ermittler prüfen ein Tötungsdelikt und rekonstruieren ein mysteriöses Treffen.
Der ukrainische Geschäftsmann Alexander Adarich ist am Freitag aus einem Fenster im vierten Stock eines Gebäudes in der Via Nerino in Mailand gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Wie die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet, ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft wegen eines möglichen Tötungsdelikts. Nach Angaben der Ermittler spricht derzeit vieles dafür, dass der 54-jährige Finanzmanager bereits vor dem Sturz gestorben sein könnte.
Die Polizei versucht, die letzten Stunden des Bankers zu rekonstruieren und festzustellen, mit wem er sich in der als B&B genutzten Wohnung aufgehalten hatte. Eine Pförtnerin des Hauses will kurz nach dem Sturz einen Mann am Fenster gesehen haben, der anschließend in den Innenhof ging, sich dem leblosen Körper näherte und auf Englisch fragte: „Was ist passiert?“ Kurz darauf verschwand der Mann. Seine Identität ist bislang ungeklärt.
Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen sich bis wenige Minuten vor dem Sturz mehrere Männer in der Wohnung aufgehalten haben. Ob und in welcher Rolle sie in den Tod Adarichs verwickelt sind, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Die Ermittler prüfen die Möglichkeit, dass ein Suizid vorgetäuscht worden sein könnte, um die Spuren eines Verbrechens zu verwischen. Eine endgültige Klärung erwarten sie sich von der noch ausstehenden Obduktion.
In der Wohnung stellten die Ermittler mehrere Dokumente sicher, die unterschiedliche Staatsangehörigkeiten ausweisen, jedoch jeweils mit Foto und Personalien des Opfers versehen sind. Welche Bedeutung diese Unterlagen für den Fall haben, ist noch unklar. Sie könnten Hinweise auf frühere Geschäftsaktivitäten oder auf den Kreis der Personen liefern, mit denen Adarich zuletzt Kontakt hatte.
Gesichert ist der Reiseverlauf des 54-Jährigen: Er kam am Morgen nach Mailand und wollte die Stadt noch am selben Abend wieder verlassen. Die Unterkunft war nicht auf seinen Namen gebucht, zudem soll er zuvor nie in Mailand gewesen sein. Für die Ermittler deutet vieles darauf hin, dass Adarich gezielt zu einem Treffen bestellt worden war. Worum es dabei ging, ist bislang offen.











