
Risiko für Beschwerden wächst
Mehrheit der Älteren erkennt eigene Augenprobleme nicht
29.01.2026 – 13:01 UhrLesedauer: 4 Min.
Sehen ist einer unserer wichtigsten Sinne. Doch weil viele Erkrankungen der Augen schleichend beginnen, übersehen viele Menschen die ersten Warnzeichen.
Viele Menschen denken, ihre Augen seien gesund. Doch gerade Ältere liegen mit dieser Annahme oft falsch. Eine neue Auswertung ergab, dass mehr als die Hälfte der über 60-Jährigen Auffälligkeiten aufwies, obwohl die Betroffenen sich selbst als beschwerdefrei einschätzten. Fachleute sehen darin ein Risiko.
In Zusammenarbeit mit dem Optiker Mister Spex wertete das Gesundheitstechnologie-Unternehmen Skleo Health deutschlandweit mehr als 3.400 freiwillige Augenscreenings aus. Ziel war es, herauszufinden, wie gut Menschen ihre eigene Augengesundheit einschätzen, und ob sie regelmäßig zur Vorsorge gehen.
Das Ergebnis fällt deutlich aus: 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren seit über zwei Jahren nicht beim Augenarzt. Zudem hatte im Durchschnitt jede vierte Person, die vor dem Screening keine Beschwerden angab, dennoch Auffälligkeiten am Auge.
Besonders betroffen sind ältere Menschen: Bei den über 60-Jährigen zeigte das Screening bei 57 Prozent versteckte Probleme. Bei den 40- bis 60-Jährigen waren es noch 26 Prozent, während Menschen zwischen 18 und 40 ihre Augengesundheit am besten einschätzen konnten. Dennoch zeigten 15 Prozent Auffälligkeiten am Auge, obwohl sie keine Beschwerden hatten.
Joëlle Jenny, Augenoptikerin bei Mister Spex, erklärt: „Viele Menschen verlassen sich darauf, dass keine Beschwerden auch keine Risiken bedeuten.“ Doch das sei ein Irrtum. Steffen E. Künzel, Augenarzt und Mitgründer von Skleo Health, fügt hinzu: „Die meisten Augenerkrankungen verlaufen schmerzfrei und bleiben insbesondere in frühen Stadien symptomlos. Sie entwickeln sich schleichend.“
Insgesamt zeigte sich, dass durchschnittlich 17 Prozent der Teilnehmer nachweisbare organische Auffälligkeiten aufwiesen, etwa am Sehnerv oder an der Netzhaut. Dieser Anteil steigt mit dem Alter deutlich an: von acht Prozent bei den 18- bis 40-Jährigen auf 45 Prozent bei den über 60-Jährigen. Männer sind mit 19 Prozent etwas häufiger betroffen als Frauen mit 16 Prozent.
Besonders häufige Auffälligkeiten sind (in absteigender Häufigkeit):











