Eine erhöhte Blutungsneigung verursachen etwa Medikamente, die das Verklumpen von Blutplättchen verhindern: sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer (wie Clopidogrel oder Prasugrel). Darum ist eine Hämorrhoiden-OP während einer Behandlung mit diesen Mitteln zu vermeiden (Ausnahme: niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, ASS).
In der Schwangerschaft ist von einer Hämorrhoiden-OP eher abzuraten – auch bei ausgeprägtem Hämorrhoidalleiden. Stattdessen sollten Schwangere zunächst versuchen, ihre Beschwerden mit konservativen Maßnahmen (also ohne Eingriffe) zu lindern. Nur wenn das nicht hilft, kommt eine Operation in Betracht. Oft bilden sich Hämorrhoiden nach der Geburt aber von selbst wieder zurück. (Mehr zum Thema erfahren Sie hier.)
Klassische Hämorrhoiden-OP: Hämorrhoidektomie
Zur Behandlung von Hämorrhoiden stehen verschiedene OP-Verfahren zur Verfügung. Welches am besten geeignet ist, richtet sich hauptsächlich nach Schweregrad und Form des Hämorrhoidalleidens.
- Wenn nur einzelne Abschnitte (Segmente) des Hämorrhoidalpolsters vergrößert sind und aus dem After heraustreten, eignen sich segmentale OP-Techniken.
- Für vollständig vergrößerte Hämorrhoidalpolster, bei denen die austretenden Hämorrhoiden den gesamten After ringförmig (zirkulär) umgeben, sind zirkuläre OP-Verfahren verfügbar.
Die klassische Hämorrhoiden-OP heißt fachsprachlich Hämorrhoidektomie (Ektomie = Entfernung). Sie kommt zum Einsatz, um einzelne Hämorrhoiden zu entfernen – mit einer Schere, einem Skalpell oder einem Laser. Es handelt sich also um eine segmentale Operation.
Es gibt viele verschiedene segmentale OP-Verfahren. Sie lassen sich in offene, halboffene und geschlossene Techniken unterteilen – je nachdem, ob die Chirurgin oder der Chirurg die Operationswunde nach der Hämorrhoiden-OP offen lässt oder teilweise oder ganz vernäht.
Ein Vorteil der offenen und halboffenen Hämorrhoiden-OP besteht darin, dass es seltener zu Komplikationen mit der Naht und Blutergüssen kommt. Ein Nachteil ist, dass die Wundheilung bei einer offenen Wunde länger dauert.
Drei gängige segmentale OP-Techniken sind die nach Milligan-Morgan, nach Ferguson und nach Parks. Alle drei eignen sich gleichermaßen, um eine oder mehrere einzelne Hämorrhoiden von Grad 3 oder 4 zu entfernen.
Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgan
Häufig kommt zur operativen Behandlung von Hämorrhoiden die segmentale OP-Technik nach Milligan-Morgan zum Einsatz. Dabei fasst die Chirurgin oder der Chirurg den Hämorrhoidalknoten mit einer Klemme und schneidet ihn heraus.
Das geschieht mit einem v-förmigen Schnitt, der bis zur Basis des Hämorrhoidalknotens führt. Der darunterliegende Schließmuskel bleibt dabei verschont. Vor Abtrennung der Basis wird eine Naht um das versorgende Blutgefäß gesetzt, um dieses zu verschließen.
Die Hämorrhoiden-OP nach Milligan-Morgan zählt zu den offenen Operationsverfahren. Die entstandenen Wunden bleiben also offen. Wenn die Wundheilung ungestört verläuft, dauert sie etwa vier bis acht Wochen.












