Erdgeschichte erkunden
Geheimtipp nahe Frankfurt: Diese Schlucht ist 250 Millionen Jahre alt
Aktualisiert am 06.05.2026 – 21:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Nahe Frankfurt lockt in Unterfranken ein seltenes Naturjuwel: die Seltenbachschlucht bei Klingenberg. Auf wenigen Kilometern wird hier Erdgeschichte im Buntsandstein sichtbar.
Die Tage sind wieder länger, in Hessen ist der Frühling angekommen – und damit steigt die Lust auf einen Wanderausflug. Wer von Frankfurt aus nicht weit fahren möchte, sollte Klingenberg am Main in den Blick nehmen. Die Kleinstadt liegt am Main, ist von Weinbergen umgeben und lockt Wanderer mit einer besonderen Schlucht.
Die Seltenbachschlucht zählt zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Das Bayerische Landesamt für Umwelt zeichnete sie 2011 mit diesem Titel aus. Der damalige Chef-Geologe Roland Eichhorn wird auf der Internetseite der Stadt mit den Worten zitiert: „Wer die Seltenbachschlucht durchwandert, dem werden 250 Millionen Jahre Erdgeschichte vor Augen geführt.“
Ganz ohne Grund kommt dieses Lob nicht: Die Schlucht entstand durch monsunartigen Starkregen und gewaltige Flutwellen, die die Gegend des heutigen Spessarts vor Jahrmillionen verwüsteten. Dabei wurden Sand und Geröll meterhoch aufgeschichtet. Später verfestigte sich das Material zu Buntsandstein.
In der Eiszeit schnitten sich Flüsse dann tief in das Gestein ein. So entstand am Ende auch die Seltenbachschlucht. Geologe Eichhorn sagte schon 2011: „Die Seltenbachschlucht verrät viel über Bayerns wechselvolle Klimageschichte.“
Heute ist das Geotop ein beliebtes Ziel für Ausflügler. Vom Stadtzentrum aus führt der Weg über zahlreiche kleine Brücken bergauf. Weil dabei nur etwas mehr als 100 Höhenmeter zu bewältigen sind, eignet sich die Tour auch für Familien und Menschen, die keine geübten Wanderer sind. Barrierefrei ist der Weg allerdings nicht.
Beim Spaziergang lohnt sich ein genauer Blick über den Wegesrand hinaus. Mit etwas Glück lassen sich Feuersalamander entdecken. Die Schlucht gilt als einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen die streng geschützten Tiere noch heimisch sind. Deshalb ist es verboten, den Wanderweg zu verlassen.











