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Rodríguez sprach von einer Tragödie und einem Erdbeben „noch nie dagewesenen Ausmaßes“ in dem südamerikanischen Land. Vergleichbare Erdstöße hatte es zuletzt im Jahr 1900 gegeben. Dutzende Nachbeben lösten unterdessen auf den Straßen immer wieder Panik aus. Die Erdstöße waren auch in den Nachbarländern Brasilien und Kolumbien zu spüren, nennenswerte Auswirkungen wurden dort zunächst aber nicht gemeldet.

Bis zu 30.000 Vermisste: Anstieg der Opferzahlen befürchtet

Angehörige fürchten um die Vermissten: Nach Angaben des britischen Senders „Sky News“ seien in Venezuela bisher mehr als 30.000 Menschen als vermisst gemeldet worden. Diese Zahl steige rapide an, und auf einer Website für vermisste Personen veröffentlichen Angehörige Fotos ihrer Liebsten, von denen sie noch nichts gehört haben.

Nach den Beben wurde der Zugverkehr eingestellt, der internationale Flughafen wurde wegen Schäden geschlossen. Auch die U-Bahn in Caracas stellte den Betrieb ein. Schulen blieben ebenfalls geschlossen.

Die UNO warnt vor einer schwierigen Aufgabe: Tom Fletcher, ein hochrangiger UNO-Vertreter, erklärte, dass „die kommenden Tage massive gemeinsame Anstrengungen erfordern werden“, um den von den Erdbeben Betroffenen zu helfen. Er wies zudem darauf hin, dass bereits vor der Katastrophe fast acht Millionen Menschen im Land humanitäre Hilfe benötigten.

Experte nach Erdbeben: Tausende Todesopfer in Venezuela möglich

Einem Experten zufolge dürfte die Zahl Zahl der Todesopfer noch erheblich steigen. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir nicht schon bei Tausenden oder vielleicht sogar bei Zehntausenden liegen“, sagte Jeffrey Park, Seismologe an der Universität Yale, dem Sender CNN. „Ich habe Videos von komplett in sich zusammenfallenden Wohnhäusern gesehen.“

Park warnt, es werde noch wochenlang zu Nachbeben kommen, die teils eine Stärke zwischen 6,0 und 6,5 erreichen könnten. Sie würden keine vergleichbaren Schäden verursachen, könnten aber wegen herabfallender Trümmer gefährlich werden.

Ungewöhnlich: Zwei schwere Beben innerhalb einer Minute

Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit; 0.04 Uhr MESZ Donnerstag), 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erdbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe.

Allein in den relativ nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als 1.000 Todesopfern nahe.

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