Fall Liana K.
16-Jährige vor Zug gestoßen: Urteil gefallen
Aktualisiert am 29.04.2026 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann stößt ein Mädchen vor einen durchfahrenden Zug, Liana K. ist sofort tot. Jetzt sagt der Richter: Der Täter ist krank.
Der Mann, der für den Tod der 16 Jahre alten Liana K. verantwortlich ist, muss in die Psychiatrie. Der 31-Jährige hatte das Mädchen im vergangenen Sommer in Friedland vor einen durchfahrenden Güterzug gestoßen. Am Mittwoch sagte der Richter nach dem Prozess vor dem Landgericht Göttingen, dass die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet werde.
Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ging deshalb davon aus, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig war. Daher wurde kein regulärer Strafprozess mit einer Anklage, sondern ein sogenanntes Sicherungsverfahren geführt. Dabei wird nicht nur geklärt, ob der Beschuldigte der Täter ist, sondern auch, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.
Trotz der Schuldunfähigkeit bezeichneten die Strafverfolger im Plädoyer die Tat als heimtückischen Mord und erklärten, dass von dem Beschuldigten aus ihrer Sicht eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Die Verteidigung kam nach neun Verhandlungstagen auf ein anderes Ergebnis und plädierte auf Freispruch aus Mangel an Beweisen. Die Nebenklage, die die Mutter der Getöteten vertrat, forderte eine Verurteilung wegen Mordes und sprach sich für einen Wechsel in ein reguläres Strafverfahren aus.
Liana K. war 2022 mit ihrer Mutter aus der Ukraine nach Deutschland geflohen, die beiden lebten in Thüringen. Im vergangenen Spätsommer begann die Jugendliche eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin in Friedland. An ihrem Todestag hatte sie gerade eine Wohnung in dem Ort im Landkreis Göttingen gefunden – sie hätte also bald nicht mehr pendeln müssen.
Am 11. August 2025 stand sie am Bahnhof, als Mohammed A. sie gegen 16 Uhr vor den Zug stieß. Davon zeigte sich das Schwurgericht am Mittwoch überzeugt. Die 16-Jährige erlitt durch den Zusammenprall Verletzungen am Kopf, die sie nach Ermittlerangaben sofort töteten.












