Nach 435 Jahren
Zweitälteste Bäckerei Deutschlands schließt
Aktualisiert am 09.03.2026 – 14:48 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein traditionsreiches Familienunternehmen muss sein Geschäft aufgeben. Konkurrenz, hohe Energie- und Rohstoffkosten, viel Bürokratie und steigende Lohnkosten führt die Inhaberin der Bäckerei als Gründe an.
Nach 435 Jahren im Familienbetrieb muss die Bäckerei Breithaupt aus Darmstadt zur Mitte des Jahres schließen. Inhaberin Bettina Breithaupt sieht sich angesichts der Konkurrenz zu diesem Schritt gezwungen, erzählte sie der „Bild“-Zeitung. Noch einige Monate zuvor hatte ihr Betrieb 41 Angestellte in sechs Filialen. Nun gibt es nur noch das Hauptgeschäft, eine Filiale mit 20 Mitarbeitern. Nach Abzug aller Kosten reiche es nicht mehr für notwendige Investitionen, so Breithaupt.
Das Kaufverhalten der Kunden habe sich verändert, erklärte die Bäckermeisterin. „Die Leute gehen in die großen Zentren und kaufen bei den Bäckerei-Ketten ein. Die fegen echte Handwerksbetriebe wie uns vom Markt.“
Zudem gebe es „keine Nachfolgeregelung und keine tragfähige Zukunftsperspektive“, so die Bäckereimeisterin. Unter den aktuellen Bedingungen können ihre Kinder den Betrieb nicht übernehmen. „Mit Corona ging’s bergab“, sagte sie. Weitere Faktoren seien die hohen Energie- und Rohstoffkosten, die Bürokratie sowie der steigende Mindestlohn.
Seit 1591 gibt es die Bäckerei bereits. Die heutige Chefin, Bettina Breithaupt, gehört zur 15. Generation von Bäckern, die den Betrieb führten. Nur eine einzige Bäckerei in Familienbesitz in Deutschland ist älter. Die Bäckerei Adl im bayerischen Kemnath wurde bereits 1573 eröffnet.











