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Home » Zweifel an Pflegereform: TK-Chef warnt vor höheren Beiträgen
Wirtschaft

Zweifel an Pflegereform: TK-Chef warnt vor höheren Beiträgen

By zeit-heute.deAugust 26, 20263 Mins Read
Zweifel an Pflegereform: TK-Chef warnt vor höheren Beiträgen
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Trotz Pflegereform

TK-Chef Jens Baas hält Beitragserhöhungen für realistisch

26.08.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 2 Min.

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Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse: „Viele Patientinnen und Patienten trauen sich nicht, ihre Rechte einzufordern“. (Quelle: IPON/imago-images-bilder)

Reicht die geplante Pflegereform aus, um höhere Beiträge zu verhindern? TK-Chef Jens Baas hat daran erhebliche Zweifel – und stellt klare Forderungen an den Bund.

Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, rechnet trotz der geplanten Pflegereform mit Beitragserhöhungen in der Pflegeversicherung. „Es ist realistisch, dass die Beiträge perspektivisch steigen werden. Wir haben eine Gesellschaft, die älter wird, und immer mehr pflegebedürftige Menschen“, sagte Baas dem Pro-Newsletter Gesundheit des Nachrichtenmagazins „Politico“. Die Versicherungsbeiträge müssten aber in einem vernünftigen Verhältnis zu den Leistungen der Pflegeversicherung stehen.

Zur Entlastung der Pflegeversicherung verlangt der Kassen-Chef, dass der Bund die sechs Milliarden Euro zurückzahlen solle, die er den Pflegekassen während der Corona-Pandemie entzogen habe. Auch bei der monatlichen Pauschale für Verbrauchshilfsmittel könne gespart werden, so Baas. Aus Sicht der Pflegekassen sind aus der Corona-Zeit noch rund sechs Milliarden Euro an pandemiebedingten Ausgaben offen, die der Bund bislang nicht vollständig erstattet hat.

AOK-Chefin befürchtet Acht-Milliarden-Loch in Pflegeversicherung

AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann hatte zuvor erklärt, in der Pflegeversicherung zeichne sich ein Defizit von acht Milliarden Euro ab. Das für dieses Jahr vom Bund bereitgestellte Darlehen von 3,2 Milliarden Euro werde voraussichtlich nicht bis zum Ende des Jahres ausreichen, sagte sie der Funke Mediengruppe und warnte: „Wenn diese Löcher nicht schnell gestopft werden, wird es zu weiteren Beitragssatzanhebungen kommen – es sei denn, man trifft andere Maßnahmen oder stellt zusätzliche Mittel aus dem Bundeshaushalt bereit.“

Beitragswarnung für die Krankenversicherung

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung sieht der Chef der Techniker Krankenkasse erhebliche Probleme. Auch hier müsse Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) noch einmal nachlegen, wenn er stabile Beiträge garantieren wolle, sagte Baas. Trotz der geplanten Reform sei man aktuell „weit weg von einer Garantie für stabile Beiträge“. Die Chance auf stabile Beiträge liege nur bei 50 zu 50. Das liege daran, dass die Ausgaben im ersten Halbjahr wieder stärker gestiegen seien als prognostiziert. „Wer stabile Beiträge garantieren will, muss also weitere Maßnahmen ergreifen“, sagte Baas.

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann: Rentenbeiträge für pflegende Angehörige sollen doch nicht gekürzt werden.Vergrößern des Bildes
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU): Rentenbeiträge für pflegende Angehörige sollen doch nicht gekürzt werden. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Forderung nach mehr Geld aus Steuermitteln

Ebenso wie die AOK-Chefin begrüßte Baas den Vorstoß Linnemanns, nicht bei den Rentenbeiträgen von pflegenden Angehörigen zu sparen. „Den Rentenanspruch für pflegende Angehörige beizubehalten ist sinnvoll. Zu pflegen heißt ja auch oft, beruflich kürzertreten zu müssen. Rentenbeiträge zu bezahlen, ist aber keine Aufgabe der Pflegebeitragszahler, sondern des Staates“, sagte Baas. Die Pflegereform wäre aus seiner Sicht ein guter Zeitpunkt, die Ausgaben für Rentenansprüche künftig durch den Bundeshaushalt zu finanzieren.

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