Nach Trennung von Warsteiner
Zukunft der Paderborner Brauerei weiter in der Schwebe
29.10.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 100 Beschäftigte der Paderborner Brauerei sind im Ungewissen. Seit der Mutterkonzern im Mai die Trennung angekündigt hat, geht es um alles.
Verkauf oder Schließung? Die Hängepartie für die mehr als 100 Beschäftigten der Paderborner Brauerei geht wenige Wochen vor Weihnachten weiter. Die Gespräche mit Interessenten zur Paderborner Brauerei dauerten noch an, teilte der Warsteiner-Konzern als Eigentümer mit.
„Wir gehen jeder denkbaren Option gründlich nach und rechnen mit einer finalen Entscheidung in den nächsten Wochen“, sage eine Sprecherin des Warsteiner-Konzerns. Zu einzelnen Interessenten oder Namen würden während der laufenden Gespräche zur Paderborner Brauerei keine Aussagen gemacht.
Chefmanager hatte sich angekündigt
Im Mai hatte der Warsteiner-Konzern die Schließung seiner Brauerei in Herford im zweiten Halbjahr 2026 sowie die Trennung von der Paderborner Brauerei bekanntgegeben. Falls ein Verkauf der Brauerei in Paderborn nicht gelinge, solle der Betrieb dort zum Jahresende eingestellt werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf dem Management Wortbruch vor.
Zu einer Mitarbeiterversammlung hatte sich der Chefmanager des Konzerns, Bodo-Joachim Wendenburg, in Paderborn angekündigt, um zu informieren. Bis Ende Oktober waren Informationen zu dem Prozess erwartet worden. Der Konzern selbst hatte auch von einer Entscheidung im Herbst gesprochen.
Die NGG hatte Ende Juli den Abschluss eines Sozialtarifvertrages für die rund 220 betroffenen Beschäftigte in Herford und Paderborn bekanntgegeben. So gebe es Abfindungen. Falls der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitere, würden frühestens im November Kündigungen verschickt, hieß es damals.
Höhere Auslastung in Warstein
Der Familienkonzern um Warsteiner, der unter dem Namen der Gründerfamilie als Haus Cramer Gruppe agiert, kürzt mit der Trennung von diesen beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe seine Kapazitäten um 30 Prozent. Die tiefen Einschnitte wurden mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland begründet. Die Produktion der Biermarken Herforder und Paderborner wird nach Warstein verlagert. Damit werden die Anlagen an dem Stammsitz stärker ausgelastet.
Mit Wendenburg rückte im Juli ein Sanierer an die Spitze des Warsteiner-Mutterkonzerns. Vor wenigen Wochen gab er den Abbau von weiteren 125 Arbeitsplätzen bis Ende 2026 bekannt, der den Stammsitz Warstein betreffe.
