
Seen und Talsperren frieren zu
Kommunen warnen vor „Lebensgefahr“
07.01.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit Tagen ist es eiskalt, zugefrorene Teiche und Seen locken viele Menschen an. Aber Kommunen warnen: Wer sich aufs Eis wagt, setzt sein Leben aufs Spiel.
In ganz Deutschland warnen Kommunen die Bürgerinnen und Bürger vor dem Betreten zugefrorener Eisflächen. Die Stadt Frankfurt am Main etwa hebt hervor: Trotz anhaltender Kälte bestehe „aufgrund unterschiedlicher, nicht tragfähiger Eisstärken Lebensgefahr“.
Auch die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden warnt vor dem Betreten von Eisflächen: „Trotz Kälte und Minusgraden kann das Eis dünn und brüchig sein.“ Und weiter: „Eingebrochene Personen unterkühlen oder ertrinken oft innerhalb weniger Minuten.“
Im Ernstfall sollten Helferinnen und Helfer immer auch an die eigene Sicherheit denken. „Der verunfallten Person kann unter anderem eine Stange, ein Brett, ein Rettungsring, ein Seil oder ein dicker Ast zur Rettung gereicht werden.“
Im niedersächsischen Salzgitter mahnen die Behörden, vor allem Kinder würden die zu dünne Eisdecke schnell überschätzen und seien gefährdet. Selbst wenn in Ufernähe das Eis fest erscheine, könne das ein paar Meter weiter schon anders sein.
Bremen und Bremerhaven sprachen ebenfalls Warnungen aus. Gerade durch den Schneefall der vergangenen Tage habe sich das Wachstum der Eisdecken verlangsamt, hieß es.
Der Wupperverband, einer der großen Wasserwirtschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen, warnt insbesondere vor Eisflächen auf Talsperren. Das Betreten sei für Mensch und Tier lebensgefährlich und daher strengstens verboten. Der Verband erklärte: „Im Gegensatz zu natürlichen Seen haben Talsperren einen schwankenden Wasserstand.“ Wenn sich auf einer Talsperre eine Eisfläche bilde, könne bei sinkendem Wasserstand zwischen Eis und Wasser ein Hohlraum entstehen. Die Gefahr, dass die Eisfläche bricht, sei daher bei Talsperren „enorm groß“.
Die Thüringer Fernwasserversorgung pflichtet bei: „Die idyllische Kulisse birgt erhebliche Risiken.“ Zugefrorene Talsperren seien nicht sicher; auch dann nicht, wenn der Frost mehrere Tage anhält.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wies unterdessen darauf hin, dass Eisflächen ohne offizielle Freigabe grundsätzlich nicht betreten werden dürfen. Als Richtwert gelte: Ab etwa 15 Zentimetern sei eine Eisschicht auf einem stehenden Gewässer tragfähig, ab 20 Zentimetern auf einem fließenden Gewässer. Aber auch diese Werte würden keine offizielle Freigabe durch die zuständige Behörde ersetzen.
Das heißt wiederum: In Frankfurt am Main können die Bürger gar nicht aufs Eis, selbst wenn die Flächen noch weiter zufrieren. Denn das Grünflächenamt weist darauf hin, dass die Weiher der Stadt auch bei ausreichender Dicke des Eises nicht freigegeben werden, weil eine ständige Überwachung der Gewässer nicht möglich sei.









