Meta zeigt neue Geräte

Zuckerbergs Angriff auf OpenAI, Apple & Co.

Aktualisiert am 24.09.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 4 Min.

Mark Zuckerberg: Sind KI-Schlüsselanhänger die Antwort auf die Smartphone-Dominanz von Apple und Google? (Quelle: Andrej Sokolow/dpa/dpa-bilder)

Meta macht Tempo bei neuer Hardware und stellt einen KI-Anhänger sowie Virtual-Reality- und KI-Brillen vor. Dabei rücken auch Datenschutzfragen erneut in den Fokus.

Der Facebook-Konzern Meta will ein Gerät in Schlüsselanhängergröße für den Zugriff auf seine KI-Software etablieren. Es heißt Muse Charm und soll bis Jahresende auf den Markt kommen, wie Konzernchef Mark Zuckerberg auf der Entwicklerkonferenz Meta Connect ankündigte.

Das Gerät bekommt ein kleines Display sowie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch ein Mikrofon, zwei Kameras und Internetanbindung über 5G-Datenfunk. Es sei noch nicht ganz fertig, schränkte Zuckerberg ein. Auch gibt es keine Angaben dazu, in welchen Ländern es herauskommen soll.

Mit dem Muse Charm unternimmt Meta den Versuch, als Konkurrenz zum Smartphone ein speziell auf die KI-Technologie ausgerichtetes Gerät auf den Markt zu bringen. Bekannt ist, dass auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI an vergleichbaren Geräten arbeitet. Das Unternehmen holte dafür sogar den ehemaligen Apple-Chefdesigner Jony Ive an Bord, der das Aussehen und die Funktionsweise von Geräten wie iPhone und iPad mitgeprägt hat.

Muse Charm: Metas KI-Schlüsselanhänger soll das Smartphone ergänzen. (Quelle: Reuters/Carlos Barria)

Das Projekt geriet allerdings zuletzt in schwieriges Fahrwasser, weil Apple OpenAI in einer Klage vorwirft, Geschäftsgeheimnisse von abgeworbenen Mitarbeitern zu verwenden. Dem iPhone-Konzern zufolge arbeiten inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Beschäftigte bei OpenAI.

An Konkurrenz „vorbeigeschlichen“

Meta sei es gelungen, sich an Rivalen wie OpenAI „vorbeizuschleichen“, sagte Branchenanalyst Avi Greengart von der Beratungsfirma Techsponential. Auf absehbare Zeit werde zwar kein Gerät das Smartphone ersetzen. „Aber kann es ergänzt werden? Absolut!“

Meta habe zwar das Problem, dass viele Menschen dem Konzern beim Datenschutz misstrauten. Aber selbst inmitten von Beschwerden über die Kameras in Metas KI-Brillen würden Millionen der Geräte verkauft – und Milliarden Menschen nutzten täglich seine Plattformen, zu denen Instagram, Facebook und WhatsApp zählen. Muse, einen auf den Alltag zugeschnittenen KI-Assistenten, hatte Meta erst vor wenigen Wochen in den USA herausgebracht.

Das neue KI-Gerät ist eine erneute Attacke auf die Dominanz, die Apple und Google mit ihren Betriebssystemen im Smartphone-Geschäft haben. Meta hatte in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, unter anderem mit Brillen für Virtuelle Realität (VR) eine neue Computerplattform zu etablieren. Das Smartphone erweist sich jedoch bisher als der dominante Alltagscomputer. Der neue Apple-Chef John Ternus machte jüngst bei der Vorstellung neuer iPhone-Modelle deutlich, dass der Konzern seine Telefone weiterhin als tragende Säule des digitalen Alltags sieht.

Neue kompakte VR-Brille

Doch Meta gibt bei VR-Brillen nicht auf. Im Frühjahr 2027 soll ein neues Modell auf den Markt kommen, das leichter und deutlich dünner ist als Geräte der Konkurrenz. Die Meta VR Glasses wiegen nur 100 Gramm. Auch die kompaktesten bisherigen VR-Headsets wirken dagegen klobig, während die neuen Glasses die Form einer gewöhnlichen Brille haben. Statt Gläsern bietet das Gerät aber Displays vor den Augen. Mit Spielen, TV-Inhalten und 3D-Sportübertragungen sowie der Nutzung als PC-Monitor tritt Meta direkt gegen Apples Vision Pro an, die eher das Format einer Skibrille mit Aluminiumrahmen hat.

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