Auch in Deutschland aktiv

Google weitet seine Erdbebenwarnung für Android aus


16.10.2026 – 10:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Android-Handy mit einer Erdbebenwarnung: Auch in Brasilien ist der Warndienst von Google aktiv. (Quelle: IMAGO / Daniel Cymbalista)

Googles Android-Warnsystem für Erdbeben ist jetzt weltweit in mehr als 200 Ländern und Regionen aktiv. Der Dienst soll demnächst neue Funktionen bekommen.

Millionen Android-Nutzer sollen künftig in weit mehr Teilen der Welt bei einem Erdbeben gewarnt werden als bislang. Die Funktion werde von bislang 98 auf mehr als 200 Länder und Regionen ausgeweitet, teilt Entwickler Google in einem Blogeintrag mit. Zu den neuen Ländern gehören etwa Panama und Guatemala. Deutschland war bereits dabei.

Wer sich in einer Region mit aktivem Warnsystem aufhält, bekommt je nach erwarteter Stärke des Bebens eine von drei Meldungen auf das Display. „Be Aware“ ist die einfachste Variante: Sie meldet leichte Erschütterungen und weist darauf hin, dass in der Nähe ein Erdbeben erkannt wurde.

Die mittlere Stufe „Be Ready“ warnt vor stärkeren Erschütterungen und fordert dazu auf, sich auf Maßnahmen vorzubereiten. Bei mittleren bis heftigen Erschütterungen erscheint „Take Action“ – eine Warnung, die den gesamten Bildschirm einnimmt und direkte Hinweise gibt, wie man sich schützen kann.

Karte soll Radius der Erschütterungen zeigen

Wie Google mitteilt, soll die mittlere Warnstufe künftig mehr Informationen liefern. In den kommenden Monaten sollen Nutzer bei Warnungen eine Karte angezeigt bekommen, auf der der Radius der erkannten Erschütterungen eingezeichnet ist.

Dazu kommen Informationen zur geschätzten Magnitude des Bebens und Handlungsempfehlungen. Über eine Schaltfläche sollen sich zudem weitere Angaben zu dem Erdbeben abrufen lassen, sobald diese vorliegen.

Google gibt an, dass das System seit dem Start im Jahr 2021 mehr als eine Milliarde Warnungen verschickt hat. Damit sei es weltweit das größte mobilfunkbasierte Netz zur Erkennung von Erdbeben.

System nutzt Sensoren in Android-Handys

Die Technologie nutzt zur Erkennung von Beben die Beschleunigungssensoren in Android-Geräten, die ursprünglich zur Erkennung der Bildschirmausrichtung entwickelt wurden. Diese registrieren die charakteristischen P- und S-Wellen von Erdbeben, die sich schneller ausbreiten als die oft gefährlicheren Oberflächenwellen.

Bei dem starken Erdbeben in Venezuela im Sommer dieses Jahres soll das Android-Warnsystem Meldungen an mehr als 11 Millionen Menschen verschickt haben. Wie die „New York Times“ berichtete, hätten die Sensoren der Handys die Erschütterung drei Sekunden nach Beginn des Erdbebens erkannt. Sekunden später seien die Warnungen an die Nutzer in dem Gebiet verschickt worden.

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