„Rock-Welt ist anders“
Zu wenig Frauen auf der Bühne? Rock im Park setzt jetzt auf Banner
Aktualisiert am 08.06.2026 – 17:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Diskussion um den Frauenanteil beim Line-up hält an, die Quote liegt bei rund 25 Prozent. Sichtbarkeit soll diesmal vor allem abseits der Bühne entstehen.
Wer über das Gelände läuft, dem stechen die neuen, schwarz weißen Banner direkt ins Auge. Dort sind neben dem Festivallogo auch die Künstlerinnen und Künstler der letzten Jahre abgebildet. Die Betonung liegt auf Künstlerinnen, denn die sind auf den neuen Bannern auffallend präsent. Auf den tatsächlichen Bühnen dagegen sieht es anders aus – und das entfacht seit Jahren Diskussionen. Denn bei Rock im Park und Rock am Ring treten vergleichsweise wenig Frauen auf.
Geringe Frauenquote: Direktorin setzt auf Bildsprache
Die Frauenquote auf den Bühnen liege diesmal bei etwa 25 Prozent, präzisiert Festivaldirektorin Cathi Krämer auf Nachfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online beim Vorab-Rundgang über das Gelände. Ihr sei es deshalb ein Anliegen, dass etwa bei den Bannern die Künstlerinnen sichtbar platziert seien.
- Kommentar von 2022: Her mit der Frauenquote für Festivalbühnen!
Bei der Auswahl von Bildmaterial achtet sie „ganz bewusst darauf“, dass Künstlerinnen, die auf den Bühnen stehen, auch „sehr plakativ“ zu sehen seien. Bildsprache spiele eine wichtige Rolle. Denn dies sei, was für die Fans und darüber hinaus vom Festival sichtbar ist. Ziel sei es, „diese Wahrnehmung von Frauen auf der Bühne zu stärken“ und sie für alle normaler zu machen.
Die Verantwortung sehen die Veranstalter allerdings nicht allein bei sich. Man müsse auch mit dem arbeiten, „was über die Plattenfirmen et cetera auf dem Markt existiert“, sagt Krämer. Mehr Frauen auf Festivalbühnen sei ein „gemeinschaftliches Projekt“, an dem viele Akteure wie Plattenfirmen oder Booking-Agenturen arbeiten müssten. Um etwa Nachwuchs besser zu fördern.
Rock im Park: Beim Programm gehe es nicht um Quoten
Krämer verweist auf Unterschiede zwischen den Musikrichtungen. Bei Pop-Festivals oder im Techno- und DJ-Bereich sei es leichter, mehr Künstlerinnen zu buchen. „Das ist in der Rock-Welt immer noch ein bisschen anders“, sagt sie. Auch wenn es in den vergangenen Jahren viele Bemühungen gegeben habe.
