Frauen vor Gericht

Mann stirbt nach Spritze im Domina-Studio

08.06.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Zwei Sexarbeiterinnen stehen nach dem Tod eines 41-jährigen Kunden vor Gericht. (Symbolfoto) (Quelle: Monika Skolimowska/dpa/dpa-bilder)

Ein Mann kollabiert beim Sex und stirbt. Nun müssen sich zwei Frauen vor dem Berliner Landgericht verantworten – wegen einer Injektion, die er sich selbst gewünscht hatte.

Vor dem Berliner Landgericht hat der Prozess gegen zwei Frauen begonnen, denen der Tod eines Mannes in einem Domina-Studio zur Last gelegt wird. Die 41 und 42 Jahre alten Angeklagten sollen dem Mann im April 2024 in Berlin-Charlottenburg ein Lokalanästhetikum injiziert haben. Danach kollabierte er beim Sex und starb kurz darauf.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Frauen gefährliche Körperverletzung sowie Körperverletzung mit Todesfolge vor. Laut Anklage hätten sie „grob sorgfaltswidrig“ außer Acht gelassen, dass die intravenöse Verabreichung des Mittels in der festgestellten Menge „erhebliche Risiken für die Gesundheit und das Leben des Mannes barg“. Sie hätten dabei in Kenntnis dieser Risiken gehandelt.

Mandantin laut Verteidigung „entsetzt“

Zu den Vorwürfen schwiegen beide Angeklagten zum Prozessauftakt. Über ihre Anwälte äußerten sie sich lediglich zu ihren persönlichen Verhältnissen. Beide gaben an, nebenberuflich als Domina tätig gewesen zu sein. Der Anwalt der 42-Jährigen erklärte, seine Mandantin sei über das Geschehene entsetzt und wisse bis heute nicht, woran der Mann gestorben sei. Sie habe die Tätigkeit als Domina vollständig aufgegeben und arbeite seitdem als Pflegehelferin.

Der Verteidiger der 41-Jährigen schilderte, dass seine Mandantin und der spätere Gast sich Anfang 2024 kennengelernt hätten. Der Mann habe sie dann „mit privater Absicht angerufen“, woraufhin es zu regelmäßigen Treffen in einem Hotel gekommen sei. Das Thema Anästhetikum habe schließlich der Mann selbst angesprochen: „er wollte es probieren“. Da die 41-Jährige im Umgang mit dem Mittel unerfahren war, bat sie laut Ermittlungen ihre damalige Kollegin um Unterstützung bei den Injektionen. Als der Mann bewusstlos wurde, leiteten beide Frauen sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein und alarmierten die Feuerwehr. Für den Prozess sind zunächst vier weitere Verhandlungstage bis zum 21. Juli angesetzt.

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