Unnötig teuer
Vorsicht vor diesen WM-Angeboten
08.06.2026 – 17:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer zur Fußball-WM über einen Fernsehkauf auf Raten nachdenkt, sollte die Finanzierung genau prüfen. Ein Vergleich zeigt Preisunterschiede von bis zu 555 Euro.
Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft locken viele Händler mit bequemen Ratenzahlungen für neue Fernseher. Wer sich pünktlich zum Turnier einen großen OLED- oder QLED-Fernseher ins Wohnzimmer stellen möchte, sollte die Finanzierungsangebote jedoch genau prüfen. Denn die Unterschiede bei den Kosten sind enorm.
Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt: Je nach Anbieter zahlen Käufer für denselben Fernseher mehrere Hundert Euro mehr an Zinsen als bei einem klassischen Ratenkredit der Bank.
Bis zu 555 Euro Unterschied
Für die Untersuchung verglich Verivox die Finanzierungsangebote von Amazon, Otto sowie Mediamarkt und Saturn für einen Fernseher im Wert von 2.899 Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren.
Besonders teuer ist demnach die Finanzierung bei Otto. Dort liegt der effektive Jahreszins bei 18,94 Prozent. Über die gesamte Laufzeit summieren sich die Zinskosten auf 845 Euro. Zum Vergleich: Wer stattdessen einen herkömmlichen Ratenkredit mit dem durchschnittlichen Zinssatz von 6,49 Prozent aufnimmt, zahlt laut Verivox lediglich rund 290 Euro Zinsen. Die Ersparnis beträgt damit 555 Euro.
Auch die anderen Händler liegen deutlich über dem Niveau günstiger Bankkredite. Bei Mediamarkt und Saturn fallen bei einem Zinssatz von 10,90 Prozent insgesamt 488 Euro Zinsen an. Amazon verlangt für die Finanzierung 8,11 Prozent, wodurch zusätzliche Kosten von 363 Euro entstehen.
Händlerfinanzierung oft deutlich teurer
„Wer mehrere Tausend Euro für einen neuen Fernseher ausgibt, sollte nicht nur die Gerätepreise vergleichen, sondern auch die Finanzierungskosten“, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Schon wenige Minuten Vergleichsaufwand könnten mehrere Hundert Euro Ersparnis bringen.
Gerade bei hochpreisigen Elektronikartikeln machen sich Unterschiede beim Zinssatz besonders bemerkbar. Während viele Verbraucher auf den monatlichen Ratenbetrag achten, geraten die Gesamtkosten der Finanzierung häufig in den Hintergrund.
Besondere Vorsicht bei Kreditkarten-Modellen
Zusätzlich sollten Käufer prüfen, wie die Ratenzahlung technisch umgesetzt wird. Bei einigen Händlern erfolgt die Finanzierung über spezielle Kreditkarten.
Amazon bietet die Ratenzahlung beispielsweise über die hauseigene Amazon-Visa-Karte an. Für den Fernseher gelten zwar vergleichsweise moderate 8,11 Prozent Zinsen. Die Kreditkarte verfügt allerdings über eine Teilzahlungsfunktion.
Wer mit der Karte später weitere Einkäufe tätigt und die monatliche Rechnung nicht vollständig begleicht, muss auf offene Beträge deutlich höhere Zinsen zahlen. Laut Verivox liegt der Zinssatz dafür aktuell bei 17,67 Prozent.
„Bei der Amazon-Kreditkarte können Verbraucher selbst einstellen, ob zum Ende des Monats nur ein Teil der Umsätze oder die gesamte Rechnung beglichen wird. Wer auf Vollzahlung umstellt, kann unerwünschte Zinskosten vermeiden“, sagt Maier.
Auch die Schufa kann betroffen sein
Ein weiterer Punkt, den viele Verbraucher nicht bedenken: Der Abschluss einer neuen Kreditkarte wird in der Regel an die Schufa gemeldet. Das kann sich auf die persönliche Bonität auswirken. Wer lediglich einen neuen Fernseher finanzieren möchte und keine zusätzliche Kreditkarte benötigt, fährt daher oft besser mit einem klassischen Bankkredit.
