
Tierpark Hagenbeck
Zootier des Jahres kommt aus Ostafrika – eine bedrohte Art
22.01.2026 – 11:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Goldenen Federkrone, strahlend blaue Augen: Das Zootier des Jahres gilt als Glücksbote in Ostafrika und wird in vielen Gegenden verehrt. Es hilft den Menschen sogar in der Landwirtschaft.
Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026. Mit der Auszeichnung will die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) auf die zunehmende Bedrohung der auffälligen Vogelart aufmerksam machen. Auch in Hamburg ist der Kronenkranich zu sehen: Im Tierpark Hagenbeck lebt ein ostafrikanisches Kronenkranich-Pärchen gemeinsam mit Störchen auf einer Anlage.
Der Vogel mit der markanten goldenen Federkrone lebt südlich der Sahara in Afrika und ist auf Feuchtgebiete und Savannen angewiesen. Doch genau diese Lebensräume verschwinden zunehmend. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft den Kronenkranich als stark gefährdet ein. In Ostafrika ist der Bestand in den vergangenen 40 Jahren um rund 80 Prozent zurückgegangen.
Zu den Ursachen zählen die Zerstörung und Trockenlegung von Feuchtgebieten, der Einsatz von Agrochemikalien, Kollisionen mit Stromleitungen sowie Wilderei und illegaler Handel. In Tansania, einem Land rund dreimal so groß wie Deutschland, leben heute nur noch etwa 2.000 Tiere. Weltweit wird die Population auf rund 40.000 Kronenkraniche geschätzt.
Kronenkraniche können bis zu 105 Zentimeter groß werden, eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern erreichen und drei bis vier Kilogramm wiegen. In vielen Regionen Afrikas gelten sie als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit von Menschen und Vieh. In Uganda ziert der Vogel sogar die Nationalflagge. Als geschickte Heuschreckenjäger tragen Kronenkraniche zudem dazu bei, Wanderheuschreckenschwärme einzudämmen, die ganze Ernten zerstören können.
Im Rahmen der Kampagne „Zootier des Jahres“ werden auch Schutzprojekte unterstützt. In Tansania arbeitet die Organisation „Nature Tanzania“ mit lokalen Gemeinden an Naturschutzbildung, nachhaltiger Landwirtschaft und dem Schutz von Schlafbäumen. In Kenia will das Projekt „Cranes Conservation Volunteers“ seine Arbeit ausweiten und weitere Freiwillige für den Schutz der Kraniche ausbilden.











