Vorwürfe gegen australischen Elitesoldaten

Zeuge: Er sagte „Erschieß‘ den Bastard“


18.04.2026 – 01:56 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein australischer Soldat in Afghanistan im Jahr 2013. Einem Elitesoldaten werden schwere Verbrechen vorgeworfen. (Symbolbild) (Quelle: imago stock&people)

Mehrere Zeugen haben gegenüber der australischen Staatsanwaltschaft gegen den Ex-Soldaten Ben Roberts-Smith ausgesagt. Er soll an Erschießungen beteiligt gewesen sein.

Bei den Ermittlungen gegen den ehemaligen australischen Elitesoldaten Ben Roberts-Smith haben Zeugen Aussagen gemacht, die ihn schwer belasten. In einem Gerichtsdokument sind die Beschuldigungen gegen den hochdekorierten Soldaten im Detail niedergelegt, wie britische und australische Medien berichten.

Ben Roberts-Smith ist wegen Kriegsverbrechen in Afghanistan beschuldigt. Vor dem Gericht in New South Wales sind fünf Fälle anhängig, in denen es um Erschießungen von Zivilisten geht. Vergangene Woche wurde der 47-Jährige festgenommen, am Freitag aber gegen Kaution zunächst freigelassen. Roberts-Smith hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert, bestreitet jedoch nach wie vor jegliches Fehlverhalten während seines Militärdienstes.

Unter der Überschrift „Freigestellte Zeugen“ heißt es in der vom Gericht veröffentlichten Sachverhaltsdarstellung, dass der Generalstaatsanwalt des Commonwealth drei Soldaten, die als Zeugen in der aktuellen Strafverfolgung gegen Roberts-Smith aussagen, Straffreiheit zugesichert hat.

Den Aussagen zufolge seien alle Opfer unbewaffnet gewesen. Sie waren an den Händen gefesselt, heißt es in dem Dokument, und wurden zunächst befragt. Die Tötungen seien dann erfolgt, obwohl es keine Angriffe gab. Die australischen Soldaten hätten die Umgebung kontrolliert. Es seien Beweise gefälscht worden, um die Kriegsverbrechen zu vertuschen. Keiner wurde in einer Situation getötet, in der die australischen Soldaten nicht Herr der Lage waren.

Die ersten beiden Erschießungen sollen laut Gericht 2009 im Süden Afghanistans erfolgt sein. Demnach seien ein Vater und sein Sohn in einem Tunnel gefunden worden, in dem sie sich versteckten. Sie seien gefesselt und von Roberts-Smith abgeführt worden. Der Sohn, der eine Beinprothese trug, sei dann außerhalb des Militärlagers zu Boden geworfen und von Roberts-Smith mit einem großen Maschinengewehr erschossen worden, so die Aussagen.

Dann sei der Elitesoldat zurückgegangen, habe den Vater geholt und einen Soldaten, in den Dokumenten „Person 4“ genannt, mit sich genommen. „Roberts-Smith packte Mohammad Essa, zwang ihn, sich vor Person 4 auf die Knie zu begeben, und sagte zu Person 4: ‚Erschieß‘ den Bastard‘“, heißt es in der Anklageschrift. Der Soldat habe dies als Befehl verstanden und ihn ausgeführt.

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