Tödliche Gefahr für Hunde

Zeckenart breitet sich in Berlin und Brandenburg aus

30.06.2026 – 14:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Wiesenzecke (Archivbild): Sie kann eine potentiell tödliche Krankheit für Hunde übertragen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa/dpa-bilder)

Die Wiesenzecke überträgt einen Blutparasiten, der Hunde töten kann – und sie ist längst in Deutschland heimisch. Berliner Veterinärmediziner schlagen Alarm.

Ein Blutparasit, der Hunde töten kann, breitet sich in Berlin und Brandenburg aus. Die Freie Universität Berlin warnt vor der sogenannten caninen Babesiose und empfiehlt Hundehaltern einen ganzjährigen Zeckenschutz.

Verantwortlich ist die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus), die sich in den vergangenen Jahren deutschlandweit ausgebreitet hat. Sie überträgt den Parasiten Babesia canis, der rote Blutkörperchen befällt und massenhaft zerstört. Betroffene Hunde zeigen Mattigkeit, Appetitlosigkeit, hohes Fieber, blasse Schleimhäute und dunkel verfärbten Urin. Ohne rechtzeitige Behandlung endet die Erkrankung häufig tödlich.

Zeckenbiss: Mehr Tiere in Klinik behandelt

An der Kleintierklinik der FU Berlin müssen seit einigen Jahren immer mehr Hunde wegen Babesiose intensivmedizinisch versorgt werden – ebenso in vielen anderen Kliniken und Praxen der Region. Als Ursachen nennen die Wissenschaftler klimatische Veränderungen, wachsende Brachflächen, steigende Wildtierzahlen und den Import infizierter Hunde aus dem Ausland.

Georg von Samson-Himmelstjerna, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der FU Berlin, sagt: „Wer einmal einen akut an Babesiose erkrankten Hund gesehen hat, wird nicht vergessen, wie sehr die Tiere leiden“. Mit einem regelmäßig aufgefrischten Zeckenschutz lasse sich die Erkrankung zuverlässig verhindern.

Zugelassene Präparate gibt es als Halsband, Auftropfmittel, Tablette oder Injektion – je nach Produkt hält die Wirkung zwischen einem Monat und einem Jahr an. Weil die Wiesenzecke das ganze Jahr aktiv sein kann, raten die Veterinärmediziner zu lückenlosem Schutz in allen Jahreszeiten. Von Hausmitteln wie Kokosöl, Knoblauch oder ätherischen Ölen raten sie ausdrücklich ab: Ihre Wirksamkeit sei nicht belegt, manche Produkte könnten Hunden sogar schaden.

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