
ZDF äußert sich
TV-Reihe geht weiter – doch ein Star fehlt überraschend
12.01.2026 – 16:47 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein ZDF-Serienhit feiert diese Woche Comeback – und reist in die Siebzigerjahre. Besonders auffällig sind die personellen Veränderungen bei „Ku’damm 77“.
Die Frauen der Tanzschule „Galant“ am Berliner Kurfürstendamm sind zurück. Dieses Mal ist der Zeitsprung größer als sonst: Vom Jahr 1963 geht es für das ZDF-Format „Ku’damm“ ins Jahr 1977 – und neben den vielen bekannten Gesichtern trägt nun auch die Enkelinnen-Generation ihre Dramen und Kämpfe aus. Das ZDF legt damit die vierte Staffel der Fernsehreihe vor: Am 12., 13. und 14. Januar läuft sie als Dreiteiler zur Primetime. In der ZDF-Mediathek ist die Fortsetzung bereits zu sehen.
Im Zentrum weiterhin: Tanzschul-Chefin Caterina, flankiert von ihren Töchtern Monika (Sonja Gerhardt), Helga (Maria Ehrich) und Eva (Emilia Schüle). Neu hinzu kommt die Enkelinnen-Generation: Monikas Tochter Dorli (Carlotta Bähre) ist auf dem Weg zur Profitänzerin, Helgas Tochter Friederike (Marie Louise Albertine Becker) will Polizistin werden.
Auch sonst ist dieses Mal einiges anders. Drehbuchautorin Annette Hess wollte – wie schon bei ihrer gefeierten Serie „Weissensee“ – nach drei Staffeln aufhören. Doch das ZDF überredete sie zum Weitermachen und Hess entwarf ein Drehbuch, welches auf einen ungewöhnlichen Trick zurückgriff: Eine Dokumentarfilmerin taucht auf, die über die Familie dreht – und immer wieder Interviews führt mit den Protagonistinnen, die dabei aus der Vergangenheit erzählen.
„Ku’damm“ als „Stromberg“-ähnliche Mockumentary: Das ist zunächst eine gewöhnungsbedürftige Perspektive, aber schnell wird klar, dass die Filmemacherin Lisa (Massiamy Diaby) viel, viel enger mit der Familie verbunden ist, als es zunächst scheint.
Die Themen der neuen Folgen sind schnell erzählt: Matriarchin Caterina (Claudia Michelsen) hofft auf eine Erbschaft vom toten Stiefbruder, um die Tanzschule „Galant“ zu retten. Aber das geht schief, weil der Stiefbruder eine Thailänderin „aus dem Katalog“ geheiratet hat, die jetzt erbt. Häusliche Gewalt, rigide Moralvorstellungen, Vergangenheitsbewältigung, vergebliche Kämpfe um Freiheit und Emanzipation: Wie immer spiegeln die „Ku’damm“-Filme auch dieses Mal die Zeitgeschichte.
Auf ernüchternde Art und Weise zeigt die aktuelle Staffel: Nur wenig ist besser geworden in all den Jahren. Friederike will zur Polizei? Sie muss sich dumme und sexistische Sprüche anhören und lernen, dass sie nicht wirklich willkommen ist.
Helga, in der ersten Staffel unglücklich mit einem schwulen Juristen verheiratet, verliebt sich neu in einen Zahnarzt (Florian Stetter). Der entpuppt sich als manipulativer Frauen-Schläger. Neu dabei: Rassismus, den die dunkelhäutige Lisa erfährt und Drogenmissbrauch, als Dorli von ihrem Tanzpartner Aufputschmittel angedreht bekommt und nur knapp dem Tod entgeht.











