
„Tatsächlich deutet alles darauf hin“
Schweiz: Staatsanwaltschaft nennt mutmaßliche Ursache
Aktualisiert am 02.01.2026 – 19:09 UhrLesedauer: 2 Min.
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Die Zahl der Todesopfer steigt nach dem Brand im Schweizer Skiort Crans-Montana weiter. Die Staatsanwaltschaft hat eine Theorie, wie es zu der Katastrophe gekommen ist.
Die Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana ist nach Angaben der Behörden wahrscheinlich durch Tischfeuerwerke ausgelöst worden. „Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass das Feuer ausgegangen ist von Tischfeuerwerken, von Sprühfontänen, die auf Champagnerflaschen aufgesetzt wurden und zu sehr in die Nähe der Decke gekommen sind“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, am Freitag auf einer Pressekonferenz.
Für diese Analyse seien Videos und Zeugenaussagen ausgewertet worden. Die Ermittlungen würden noch andauern. „Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat“, sagte Pilloud.
Die Staatsanwältin erklärte: „Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird“. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.
Ein Überlebender berichtete der Schweizer Zeitung „Blick“: „Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen.“ Die Kerzen hätten die Decke berührt, die plötzlich Feuer gefangen habe.
Bei dem Feuer in der Silvesternacht zum Donnerstag kamen mindestens 40 Personen ums Leben; zudem wurden 119 Menschen verletzt, von denen nach Angaben der Behörden viele noch in Lebensgefahr schweben. Von den Verletzten seien 50 in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken im Ausland verlegt worden, erklärte der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard.
Staatsanwältin Pilloud erklärte auf Nachfrage von Journalisten, dass momentan noch untersucht werde, ob Schaumstoff an der Decke der Bar den Brand beschleunigt habe. Auch sei noch nicht geklärt, ob der in der Bar „Le Constellation“ verwendete Schaumstoff zulässig sei.
Der Staatsrat Stéphane Ganzer erklärte, dass es regelmäßige Kontrollen in „Le Constellation“ gegeben habe – die Bar sei dabei nie auffällig geworden. Sie habe auch über genügend Notausgänge verfügt. Er fügt hinzu: „Wir vermuten, dass einfach nicht alle Personen diese Ausgänge gefunden haben.“
Unter den Verletzten sind laut Polizeichef Frederic Gisler 71 Schweizer, 14 Franzosen, elf Italiener und vier Serben. Zudem stammte je ein Opfer aus Bosnien, Luxemburg, Polen und Portugal. Bei 14 Personen sei die Nationalität noch nicht geklärt.









