Mutprobe unter Schülern
Polizei warnt vor lebensgefährlichem Trend
Aktualisiert am 18.06.2026 – 18:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Junge bricht bewusstlos in der Schule zusammen – und die Beamten sind entsetzt: Sie machen einen Trend aus, der im schlimmsten Fall bis zum Tod führen könnte.
An einer Schule im Raum Wilhelmshaven/Friesland hat ein 13 Jahre alter Schüler einen Mitschüler von hinten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung – und spricht von einem lebensgefährlichen Trend.
Die Beamten ordnen den Vorfall dem sogenannten „Choking-Game“ zu. Dabei handele es sich um eine gefährliche Mutprobe, die insbesondere über soziale Medien verbreitet wird. Ziel sei es, „durch das Zudrücken des Halses oder andere Methoden die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn bewusst einzuschränken, um einen kurzen Rauschzustand oder eine Bewusstseinsveränderung herbeizuführen“. Die Handlungen würden dabei häufig gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken geteilt.
- Hitzewelle wird „extrem“: Eine Region rückt überraschend in den Fokus
- Rosa Riese am Wörthersee: Traum-Schloss von Kaufhaus-Erbin steht zum Verkauf
Die Beamten warnen: „Bereits nach kurzer Zeit kann Sauerstoffmangel zu Bewusstlosigkeit, schweren Verletzungen, dauerhaften gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen.“
Dutzende Tote: Das „Choking-Game“ gibt es schon lange
Nach einem Fall im Januar in Nordrhein-Westfalen musste ein Kind ins Krankenhaus. In mehreren Fällen gab es auch schon Tote: In Österreich starb ein 13-Jähriger, der sich selbst die Halsschlagader abgedrückt hatte, in Potsdam ein 14-Jähriger und in den USA verklagten Familien nach dem Tod ihrer Töchter TikTok.
Das Phänomen ist nicht neu und war schon lange vor der Verbreitung von Mobiltelefonen und sozialen Medien ein ernstes Problem. Eine Studie zählte von 1955 bis 2007 allein in den USA 82 Todesfälle durch das sogenannte „Choking-Game“.
Nach dem Vorfall Anfang des Jahres in Nordrhein-Westfalen hoben die Beamten noch einmal hervor, was die Mutprobe so gefährlich macht: „Schon nach wenigen Sekunden sterben Gehirnzellen ab“, hieß es in der Mitteilung. „Wird der Punkt überschritten, an dem die Bewusstlosigkeit einsetzt, kommt Hilfe oft zu spät.“
Daher sollten Eltern dringend mit ihren Kindern über das „Würgespiel“ sprechen. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos würden verharmlosen, „was in Wahrheit ein Spiel mit dem Leben ist“.
