Sonnenfinsternis über Berlin

Tausende Beobachter am Planetarium

13.08.2026 – 02:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Menschen beobachten die partielle Sonnenfinsternis über Berlin am Zeiss-Großplanetarium in Berlin-Prenzlauer Berg: Teilweise war der Andrang so groß, dass die Polizei über die sozialen Medien um ein Fernbleiben bat. (Quelle: IMAGO/Zhang Haofu/imago)

Tausende Berliner blicken am Abend gen Himmel. An einem Ort wird der Andrang so groß, dass die Polizei sogar einen S-Bahnhof sperren muss.

Kartons mit kleinen Löchern, selbstgebastelte Sichtgeräte, gereckte Hälse gen Himmel: Am Mittwochabend haben zahlreiche Menschen in Berlin und Brandenburg die partielle Sonnenfinsternis beobachtet – und an einem Ort wurde der Andrang so groß, dass die Polizei eingreifen musste.

Sonnenfinsternis in Berlin: Ansturm auf Planetarium

Besonders groß war der Andrang vor dem Zeiss-Großplanetarium in Berlin-Prenzlauer Berg. Aufgrund von Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis war der Bereich rund um das Planetarium stark überlastet. Mehr als 3.000 Menschen befanden sich laut Polizei bereits vor Ort. Es kam zu Verkehrsbehinderungen, auch der ÖPNV war betroffen: Der nahegelegene S-Bahnhof Prenzlauer Allee wurde gesperrt.

Aufgrund der Überfüllung bat die Polizei dringend darum, nicht mehr zum Zeiss-Großplanetarium zu kommen. Zudem seien keine Sonnenfinsternis-Brillen mehr verfügbar gewesen. Die Polizei bat die Menschen vor Ort, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Große Menschenansammlungen zur Sonnenfinsternis in ganz Berlin

Doch es gab auch Orte, an denen man das Naturschauspiel nahezu ungestört beobachten konnte: Auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Zehlendorf war die Sonnenfinsternis nach Angaben eines dpa-Reporters gut zu sehen. Gerade einmal vier Menschen versammelten sich dort zwischenzeitlich, um das Naturwunder zu verfolgen.

Größere Menschenansammlungen gab es auch am Schwedter Steg und auf den Brücken in Prenzlauer Berg, ebenso am Gesundbrunnen und auf dem Flakturm Humboldthain. Am Lietzensee in Charlottenburg setzten sich ebenfalls viele Schaulustige nieder, um das Schauspiel zu bestaunen.

Der Mond begann ab 19.15 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben und seinen Schatten auf die Erde zu werfen. Um 20.08 Uhr war mit 85 Prozent die maximale Bedeckung erreicht, gegen 20.37 Uhr endete das Schauspiel – zeitgleich mit dem Sonnenuntergang.

Sonnenfinsternis – so selten ist das Ereignis

Später am Abend war zudem der Sternschnuppenstrom der Perseiden zu beobachten, der in der Nacht seinen Höhepunkt erreichte. Am besten war der Meteorstrom zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens zu sehen. Astronominnen und Astronomen rechneten mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. In diesem Jahr störte zudem kein Mondlicht die Beobachtungen, denn es herrschte Neumond – wie bei jeder Sonnenfinsternis.

Erst am 3. September 2081 wird man von der äußersten Südwestecke Deutschlands wieder einmal eine total verfinsterte Sonne sehen können – genauer: die helle Sonnenkorona um die pechschwarze Neumondscheibe. Die letzte Sonnenfinsternis, deren Totalitätszone über Süddeutschland und Österreich verlief, war am 11. August 1999 zu beobachten.

Share.
Die mobile Version verlassen