
Auch Reisepläne gewünscht
Urlaubsinsel will Kontostand von Touristen sehen
10.01.2026 – 03:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Touristen, die auf die Urlaubsinsel Bali reisen wollen, sollen nach Willen der Provinzregierung ihre Kontoauszüge vorlegen.
Auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind dem Gouverneur Billigtouristen ein Dorn im Auge. Deshalb hat Wayan Koster jetzt Maßnahmen verkündet, wie er das Niveau der Besucher anheben will. Dazu gehört, dass nach den Plänen des Provinzchefs Reisende in Zukunft ihren aktuellen Kontostand offenlegen müssen.
Laut der Bali Central Bureau of Statistics (BPS) kamen im Jahr 2024 insgesamt ca. 16,45 Millionen Besucher nach Bali – unterteilt in rund 6,33 Millionen internationale und etwa 10,12 Millionen inländische Touristen. Die meisten ausländischen Touristen kommen aus Australien. Nach Angaben des indonesischen Amts für Statistik geben sie im Durchschnitt 391 US-Dollar pro Person und Aufenthalt aus.
Koster will diesen Betrag offenbar erhöhen. „Ein Aspekt, der bei einem hochwertigen Touristen berücksichtigt werden muss, ist der Betrag, der in den letzten drei Monaten auf ihrem Sparkonto eingegangen ist“, sagte er laut „Bali Sun“ bei einer Presskonferenz in der Stadt Ubud. Außerdem sollen Touristen ihre Reiseverläufe und geplante Aktivitäten wie Ausflüge offenlegen.
Der Gouverneur verwies auf eine ähnliche Praxis in Ländern, aus denen viele Touristen kommen. „Damit soll sichergestellt werden, dass alles unter Kontrolle ist, genau wie wenn wir [Indonesier] in andere Länder reisen, werden wir uns an die Richtlinien anderer Länder halten“, sagte er. Die indonesische Tourismusministerin Widiyanti Wardhana unterstützt laut „Bali Sun“ die Pläne.
Im vergangenen Jahr seien sieben Millionen Touristen nach Bali gekommen, man versuche, diese Zahl auch in diesem Jahr zu erreichen. Koster hatte schon früher seine Absicht erklärt, die Qualität der Touristen zu erhöhen. Während seiner ersten Amtszeit hatte er unter anderem vorgeschlagen, einen Mindestbetrag festzusetzen, den Reisende ausgeben sollen. Auch damals nannte er schon die Überprüfung der Finanzen als Idee.
Ein Grund, warum diese noch nicht umgesetzt sind, liegt daran, dass die Einreiseregeln von der Zentralregierung in Jakarta festgelegt werden. Laut „Bali Sun“ wäre es rechtlich schwierig, dass die Provinzregierung einen Mindestbetrag festlegt, den Touristen nachweisen müssen. Bislang müssen manche Reisende bei Einreise nach Indonesien angeben, dass sie genügend Geld haben, um ihren Aufenthalt zu bezahlen. Die Prüfung wird aber nur bei Visa ab 60 Tagen durchgeführt, verlangt werden mindestens 2.000 Dollar an Vermögen.
Welche Mindestsumme auf Kontoauszügen stehen soll, hat Gouverneur Koster noch nicht bekannt gegeben. Ihm ist klar, dass die Umsetzung der Vorschläge dauern wird. „Wir mobilisieren alle, um Menschen nach Bali zu locken. Das geschieht gerade, und sie [die Touristen] genießen ihren Aufenthalt. Wir müssen dieses Problem langfristig angehen, und das lässt sich nicht in ein oder zwei Tagen bewerkstelligen; es erfordert Geduld“, sagte er.










