
Wohngeld-App
Schluss mit Papierkrieg: Hamburg wird jetzt digital
27.01.2026 – 03:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Hamburg gehört zu den ersten Städten mit einer Wohngeld-App. Für wen sich die neue Anwendung eignet – und was sie können soll.
Wer in Hamburg Wohngeld beantragen will, kann das ab sofort per Smartphone tun. Die Stadt hat eine neue App gestartet, über die sich Anträge mobil einreichen lassen, nach eigenen Angaben eine der ersten Anwendungen dieser Art in Deutschland.
Etwa 27.000 Haushalte in der Hansestadt sind auf Wohngeld angewiesen, um ihre Miete bezahlen zu können. Rund 45 Prozent davon sind Familien, darunter viele Alleinerziehende. In 40 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.
Die neue App ergänzt den bestehenden Online-Antrag. Sie soll den Prozess vereinfachen: Unterlagen können direkt hochgeladen werden, Bescheide kommen digital zurück. Nutzer sollen außerdem den Bearbeitungsstand einsehen und Push-Benachrichtigungen erhalten können, wenn Nachweise fehlen oder Schritte abgeschlossen sind.
„Wohngeld ist eine wichtige Hilfe für Menschen, die trotz Job oder Rente Schwierigkeiten haben, ihre Wohnkosten zu decken“, wird Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, in einer Pressemitteilung zitiert. Die App solle „die Antragstellung vereinfachen, die Bearbeitung beschleunigen und die einzelnen Schritte besser nachvollziehbar machen.“
Die Anmeldung läuft über die „BundID“ mit Online-Ausweisfunktion. Das setzt einen Personalausweis mit freigeschalteter PIN voraus – eine Hürde, die nicht alle Antragsberechtigten nehmen können. Ob die App tatsächlich zu schnelleren Bewilligungen führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Nach Angaben der Stadt ermöglicht die Anwendung erstmals eine umfassende Ende-zu-Ende-Digitalisierung. Durch standardisierte Datenfelder wird ein direkter Datenaustausch zwischen App und Fachverfahren ermöglicht, ohne dass eine mehrfache Eingabe erforderlich ist. Dadurch soll die Verwaltung entlastet und Verwaltungskosten gesenkt werden.
Das Wohngeld ist ein Zuschuss für einkommensschwächere Haushalte oberhalb der Grundsicherung. Die Höhe hängt von der Zahl der Haushaltsmitglieder, der Höhe der Miete oder Belastung bei selbstgenutztem Wohneigentum sowie dem Gesamteinkommen des Haushalts ab. Über einen Antrag auf Wohngeld entscheidet die Wohngeldstelle in den jeweils zuständigen Bezirksämtern.
Die App ist im „Apple App Store“ und im „Google Play Store“ verfügbar.











