Ausflug unter Männern

Vatertag: Wo liegt der Ursprung des Herrentags?


Aktualisiert am 13.05.2026 – 06:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Bierspaziergang: Eine Gruppe Männer feiert den Vatertag mit einem mit Bier gefüllten Bollerwagen. (Quelle: STEFAN AREND)

An Christi Himmelfahrt ist auch Vatertag. Männer ziehen in Gruppen los, oft mit Bollerwagen und Bier. Wo liegt der Ursprung dieser Tradition?

Zum Vatertag gehören für viele Männer feuchtfröhliche Bräuche – oft mit Bierfass und Leiterwagen im Grünen. Ob die teilnehmenden Männer dabei wirklich Väter sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. In Deutschland wird der Vatertag traditionell an Christi Himmelfahrt gefeiert.

Damit findet er immer an einem Feiertag und 39 Tage nach dem Ostersonntag beziehungsweise 40 Tage nach Ostern statt. Vatertag ist zudem in jedem Jahr an einem Donnerstag. 2026 fällt er auf den 14. Mai. Menschen in Ostdeutschland bezeichnen den Tag auch als „Herrentag“ oder „Männertag“.

Ein möglicher Ursprung: Umzüge am Himmelfahrtstag

Der Ursprung des Vatertags lässt sich nicht ganz genau bestimmen. Vermutet wird, dass sich verschiedene Traditionen miteinander vermischt haben. So geht man davon aus, dass die feuchtfröhlichen „Herrenpartien“ eine Verbindung zu den Riten des christlichen Feiertags der Kirche haben.

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Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen an Himmelfahrt die „Aufhebung“ Jesu in den Himmel, die Rückkehr des Gottessohnes zum Vater. Später zogen die Gläubigen an diesem Tag bei den sogenannten Flurumgängen um die Felder und baten um eine gute Ernte. Dass schon damals ordentlich gezecht wurde, belegen Zeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert soll der christliche Ursprung zunehmend in den Hintergrund gerückt sein. Die ersten „Herrentouren“ aufs Land kamen in Mode, Frauen waren schon damals nicht dabei. Aus dem Berliner Raum ist bekannt, dass dort Gruppen aus überwiegend alleinstehenden Männern – davon gab es um 1900 viele in Berlin – jedes Jahr wieder Ausflüge am Himmelfahrtstag unternahmen.

Als schöner Frühlingstag, der noch dazu ab 1934 arbeitsfrei war, war Himmelfahrt ein willkommener Anlass für Ausflüge und meist auch für heftigen Alkoholgenuss. Auch zu DDR-Zeiten lebte die Tradition des „Herrentags“ in und um Berlin fort, wenngleich Christi Himmelfahrt als Feiertag in der DDR 1967 abgeschafft wurde.

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