Aktuelle Zahlen

So viel kostet ein Friseurbesuch in Deutschland


03.07.2026 – 07:17 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein Mann bekommt einen Haarschnitt: Friseurbesuche werden immer teurer. (Quelle: YakobchukOlena)

Ob Damen-, Herren- oder Kinderhaarschnitt: Beim Friseur zahlten Kunden 2025 spürbar mehr als noch im Vorjahr. Warum die Preise steigen und was dahintersteckt.

Wer einen neuen Haarschnitt oder frische Farbe auf dem Kopf will, muss tief in die Tasche greifen. Wie aus dem aktuellen Branchenbericht des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks hervorgeht, der t-online vorab vorliegt, sind Friseurdienstleistungen im Jahr 2025 um durchschnittlich 3,6 Prozent gestiegen.

Damenhaarschnitte sind um durchschnittlich 3,5 Prozent teurer geworden, Herrenhaarschnitte um 3,4 Prozent und Kinderhaarschnitte um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Preissteigerung war in dem Handwerk also deutlich höher als die allgemeine Inflationsrate von 2,3 Prozent. Doch woran liegt das? Und ist ein Ende der Preissteigerungen in Sicht?

Was treibt die Kosten?

Die Gründe für die steigenden Preise sind vielschichtig. Laut dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks belasten vor allem drei Faktoren die Betriebe: höhere Personalkosten, steigende Ausgaben für Produkte und Materialien sowie anhaltend hohe Betriebs- und Energiekosten. All das wirkt sich direkt auf die Preiskalkulation aus.

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Besonders ins Gewicht fallen die Lohnkosten. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2025 bei 12,82 Euro pro Stunde, was in vielen Bundesländern gleichzeitig auch die Untergrenze für Friseurinnen und Friseure ist. In Regionen mit Tarifvertrag liegen die Löhne teils deutlich darüber, je nach Qualifikation und Lohngruppe. Hinzu kommen Sozialabgaben und weitere Betriebskosten, die gerade kleine Salons stark belasten.

Denn die Friseurbranche ist kleinteilig strukturiert: Mehr als 73 Prozent aller Betriebe beschäftigen weniger als fünf Personen. Für diese Kleinstbetriebe ist jede Kostensteigerung unmittelbar spürbar – und wird häufig über den Preis weitergegeben.

Deutschland im europäischen Vergleich: Teuer, aber nicht allein

Ein Blick über die Grenzen zeigt: Deutschland gehört zu den teuersten Friseurmärkten Europas. Laut dem European Hair Cost Index 2026 von Schwarzkopf Professional, der Preise von 343 top-bewerteten Salons in 34 europäischen Städten ausgewertet hat, liegt der Durchschnittspreis für einen Herrenhaarschnitt in Berlin bei 62,20 Euro, für Damen bei 73,90 Euro. München bewegt sich auf ähnlichem Niveau: rund 61 Euro für Herren, etwa 80 Euro für Damen.

Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 39,90 Euro für Männer und 53,79 Euro für Frauen. Die DACH-Region insgesamt – also Deutschland, Österreich und die Schweiz – liegt mit 59,55 Euro (Herren) und 77,04 Euro (Damen) rund 67 Prozent beziehungsweise 58 Prozent über dem europäischen Schnitt des restlichen Kontinents.

Noch deutlicher werden die Unterschiede beim Blick auf die Extreme: In Bukarest kostet ein Herrenhaarschnitt gerade einmal 5,90 Euro, in Budapest ein Damenhaarschnitt 26,52 Euro. Auf der anderen Seite des Spektrums liegt Zürich mit 70,14 Euro für Herren und 101,50 Euro für Damen – die teuerste Stadt Europas für einen Friseurbesuch.

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