Reformen für die Wirtschaft

Wirtschaftsweise fordern Kürzung bei Rentenerhöhung


Aktualisiert am 27.05.2026 – 11:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Rentner auf einer Sitzbank: Die Bundesregierung hat Reformen in der Rentenversicherung angekündigt. (Quelle: IMAGO/Anton Geisser/imago)

Die sogenannten Wirtschaftsweisen fordern in ihrem Frühjahrsgutachten konsequente Reformen. Auch bei der Rente sehen sie Handlungsbedarf.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – allgemein bekannt als die Wirtschaftsweisen – fordert in seinem Frühjahrsgutachten für 2026 von der Bundesregierung Reformen in den Sozialversicherungen, um der demografischen Entwicklung zu begegnen. In dem Gutachten gehen die Ökonomen besonders detailliert auf Maßnahmen zur Sanierung der Krankenkassen und der Pflegeversicherung ein. Doch auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung sehen sie dringenden Handlungsbedarf.

(Quelle: Heike Aßmann/t-online)

So empfehlen die Wirtschaftsweisen eine Veränderung bei den jährlichen Rentenanpassungen: Statt die Renten wie bisher an die Lohnentwicklung zu koppeln, sollten Rentenerhöhungen besser an die Inflationsrate gekoppelt sein. „Dadurch wäre die Kaufkraft der Bestandsrentnerinnen und -rentner gesichert, sie würden allerdings nicht mehr von den häufig höheren Reallohnsteigerungen profitieren“, schreiben die Wirtschaftsweisen.

Die gesetzlichen Renten werden einmal im Jahr, immer zum 1. Juli, angepasst. Der entscheidende Faktor dafür ist die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter. Steigen diese Gehälter stark an, dann steigen auch die Renten stärker. Im Juli 2026 erhöhen sich die Renten um 4,24 Prozent. Das entspricht in etwa der Nominallohnentwicklung im Jahr 2025.

Abschaffung der Rente mit 63 und längere Arbeitszeit im Gespräch

In Österreich werden die Renten nach der Inflationsrate erhöht, so wie es die Wirtschaftsweisen nun auch für Deutschland vorschlagen. Diese lag 2025 bei 2,2 Prozent – in dieser Größenordnung würde sich die Rentenanpassung dann auch bewegen. In vielen Jahren würde die Rentenerhöhung also kleiner ausfallen.

Überdies wiederholen die Wirtschaftsweisen ihre Forderungen, die sie im Jahresgutachten 2023 schon ausführlich beschrieben haben: die Abschaffung der Frührente („Rente mit 63“) und die Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung.

Allerdings dämpften die Wirtschaftsweisen bei der Vorstellung des Gutachtens ihre Erwartungen an die Bundesregierung. Die Vorsitzende des Rats, Monika Schnitzer, sagte: „Bei der Rentenversicherung haben wir uns da echt die Zähne ausgebissen. Da ist überhaupt nie etwas vorangegangen“. Mehr Hoffnung habe sie aber bei Reformen in der Kranken- und Pflegeversicherung, da dort der Handlungsdruck schon heute groß sei. „Da bin ich zuversichtlich.“

Zuletzt hatte auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Abschaffung der Frührente gefordert. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Arbeitsvolumen steigern“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Bundesregierung will die Rente tatsächlich reformieren, dazu hat sie eine Expertenkommission eingesetzt, die bis Sommer Vorschläge erarbeiten will.

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