Domo Caproleuna

Auffangversuch für Chemiefirma gescheitert

19.06.2026 – 00:22 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Mitarbeiter von Domo Caproleuna steht während des turnusmäßigen Turnarounds vor Silos. (Quelle: Jan Woitas)

Die Polyamid GmbH, die das Chemiewerk in Leuna führt, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Jetzt wird ein Investor gesucht.

Im April 2026 wurde noch die Stilllegung des Chemiewerks Domo Caproleuna abgewendet, doch jetzt müssen die rund 480 Mitarbeiter erneut bangen. Die Auffanggesellschaft Polyamid GmbH in Leuna hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Grund seien weltpolitische Entwicklungen, die zu stark gestiegenen Rohstoffpreisen geführt hätten, teilte das Unternehmen mit. Die Leuna Polyamid hatte die Vermögenswerte der insolventen Domo Caproleuna übernommen und den Betrieb fortgeführt. Gesellschafter sind die Leuna-Harze GmbH und die Infraleuna GmbH.

„Weltpolitische Entwicklungen, insbesondere in der Golfregion, führten jedoch zu drastischen Steigerungen der Rohstoffpreise von mehr als 40 bis zu 100 Prozent“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Die wichtigsten Rohstofflieferanten hätten Vorkasse für Lieferungen gefordert. Damit überstieg der Liquiditätsbedarf des Unternehmens die Planungen „sehr deutlich“. Eine Fortführung des Betriebs außerhalb eines Insolvenzverfahrens sei nicht mehr möglich. Der Insolvenzantrag sei bereits am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht gestellt worden. Ziel sei, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Demnach wolle man nach einem Investor suchen.

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