
Russische Bedrohung
Deutscher General: Brauchen eigene Atomwaffen
29.01.2026 – 00:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Soll Deutschland eigene Atomwaffen haben? Die Rufe werden lauter, aber es gibt rechtliche Hürden.
Ein deutscher General fordert angesichts der russischen Bedrohung Atomwaffen für die Bundeswehr. Brigadegeneral Frank Pieper sagte in einem Interview mit dem „Stern“: „Deutschland braucht eigene taktische Atomwaffen“. Taktische Atomwaffen sind nukleare Sprengköpfe mit geringerer Reichweite und Sprengkraft, die für den direkten Einsatz auf dem Gefechtsfeld gegen feindliche Truppen gedacht sind.
Ein weiterer Grund für die Forderung sei das brüchige Verhältnis zu den USA. Derzeit sind amerikanische Atomwaffen auf deutschem Boden stationiert, als Teil der Nato-Abschreckung. Pieper spielt wohl darauf an, dass die Trump-Regierung sie abziehen könnte.
Immer wieder hole der russische Präsident Wladimir Putin „die nukleare Keule“ gegenüber den Europäern heraus. Konventionell allein ließe er sich nicht abschrecken. Pieper, der auch Direktor Strategie an der Führungsakademie der Bundeswehr ist, betonte, die Äußerungen wegen der Sensibilität des Themas als Privatperson und Staatsbürger zu machen.
Alleine ist der mit der Forderung nicht. „Die nukleare Frage ist der Kern der nationalen Souveränität eines Staates. Auch Deutschland muss sich dieser Frage stellen“, fordert auch Harald Biermann, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte in Bonn, im „Stern“. Es gehe um die Existenz der Bundesrepublik. „Wir müssen dringend über den Schutz Deutschlands durch eigene oder europäische Atomwaffen reden“, mahnt Joachim Krause, der lange am Institut für Sicherheitspolitik der Universität Kiel lehrte. Sicherheitsexperte Carlo Masala, der an der Bundeswehrakademie in München lehrt, ist anderer Meinung. Man würde die „Büchse der Pandora“ öffnen, mahnte er laut „Stern“.
Es wäre der Bundeswehr offenbar möglich, genug atomwaffenfähiges Material zu bekommen. „Technisch gesehen wäre der Bau einer deutschen Atombombe kein Problem“, sagt Rainer Moormann, der als Chemiker mehr als drei Jahrzehnte am Forschungszentrum Jülich zur Nukleartechnik forschte.
In der Anreicherungsanlage Gronau werde schon Uran angereichert, betonte er. Um dort waffenfähiges Material herstellen zu können, sei nur ein überschaubarer Umbau der Anlage nötig. „Es bräuchte nur ausreichend Zentrifugen. Aber da haben wir im Land genügend Expertise.“ Moormanns Prognose: „Wir wären innerhalb von drei Jahren in der Lage, eine Atombombe zu bauen.“











