
Außerdem hat der Körper bei Stress einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. „Achten Sie darauf, möglichst frisch und bunt zu essen. Ein Salat mit Nüssen und Saaten und einer Proteinquelle wie Linsen, Käse, Tofu oder Ei lässt sich rasch zubereiten und gut auf die Arbeit mitnehmen“, sagt Neumann. „Auch ein Müsli mit Joghurt oder Quark und etwas Obst ist schnell gemacht. Quinoa- und Reisgerichte mit gegartem Gemüse sind ebenfalls gut vorzukochen und meist gut bekömmlich.“
Achtung: Große Mengen Rohkost, Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln und Vollkorn verursachen oft ein unangenehmes Drücken und Stechen im Bauch. Wer merkt, dass er empfindlich reagiert, sollte kleine Mengen verzehren oder in der akuten Stressphase verzichten.
Ebenso rät die Ernährungsexpertin, auf große Portionen zu verzichten. Diese können den Magen überlasten – bei Stress noch mehr. Leichter fällt es Magen und Darm, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu verwerten. „Bei kleinen Portionen ist die Gefahr deutlich geringer, dass Ihr Magen mit Völlegefühl, Spannen oder Übelkeit reagiert“, erklärt Neumann. „Je leichter verdaulich das Essen ist, desto besser. Ebenso ist es förderlich, gründlich zu kauen. So wird das Essen zerkleinert und gut eingespeichelt. Damit ist ein erster bedeutender Verdauungsschritt getan.“
Ein gutes Hausmittel gegen Völlegefühl und Magendrücken kann ein Kräutertee sein. Die enthaltenen ätherischen Öle von Kümmel, Fenchel, Salbei und Anis werden als besonders wohltuend empfunden. Sie wirken entkrampfend, regen die Produktion von Magensaft und Galle an und helfen, Blähungen entgegenzuwirken. So helfen die Kräuter gegen Völlegefühl bei Stress:
Eine mögliche Alternative zu Kräutertee ist warmes Ingwerwasser. Die Scharfstoffe entlasten den Magen, indem sie die Verdauungstätigkeit anregen. „Wer einen kleinen Wachmacher braucht, kann einen Espresso trinken. Die Bitterstoffe unterstützen die Verdauung. Das enthaltene Koffein sorgt für einen kleinen Energie-Kick im Mittagstief“, so Neumann. „Der Verdauungskräuterschnaps hingegen ist weniger zu empfehlen: Alkohol hemmt die Verdauung.“
Um den Magen nicht zu überlasten und ihn nicht noch mehr zu füllen, sollte man zum Essen nicht zu viel trinken. Vielen bekommt es gut, wenn sie erst eine halbe Stunde bis Stunde nach dem Essen wieder Flüssigkeit aufnehmen. Wer trotzdem gerne zum Essen etwas trinken möchte, sollte zu stillem Wasser greifen, um Völlegefühl und Magendrücken entgegenzuwirken. Denn: Kohlensäurehaltige Getränke führen zu ordentlich Luft im Magen. Er fühlt sich dann oft fest und prall an. Das vermehrte Aufstoßen ist ebenfalls meist unangenehm – und auch das Sodbrennen-Risiko ist erhöht. „Um den Magen zu entlasten, können Sie zudem zu zimmerwarmen Getränken greifen. Eiskaltes reizt den Magen häufig“, rät Neumann.
Aufmerksam werden sollte man, wenn man immer wieder unter unangenehmen Völlegefühlen leidet, selbst bei nur geringe Mengen, oder wenn man auch zwischen den Mahlzeiten Beschwerden verspürt. Dann kann möglicherweise eine Erkrankung ursächlich sein, zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, ein Reizmagen, ein Reizdarm oder eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis). „Es ist nicht normal, regelmäßig Schmerzen, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Blähungen, Aufstoßen und Verdauungsstörungen wie Verstopfung oder Durchfall zu haben“, sagt Neumann. „Bei diesen Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Ursache klären lassen.“









