
Der Film streift Obdachlosigkeit, Medikamentenmissbrauch, Finanznot, familiären Leistungsdruck und soziale Ungleichheit. Doch statt aus diesen Themen Spannung oder Reibung zu gewinnen, werden sie wie Checklistenpunkte abgearbeitet. Kaum eine Szene, die sich Zeit nimmt. Kaum eine Figur, deren Innenleben mehr liefert als einen weiteren Themenbaustein.
Selbst der Club, als zweiter zentraler Handlungsort neben der WG, bleibt blass. Dass der Betreiber gleichzeitig der Freund der Schwester des Opfers ist, klingt nach Drama – verpufft aber wirkungslos. So bleibt der Versuch, studentisches Leben zwischen Hörsaal, Absturz und Eskalation abzubilden, genau das: ein Versuch.
Leistungsdruck an Hochschulen, mentale Krisen junger Menschen, fehlende soziale Absicherung – das alles sind brennende Themen im Jahr 2026. Sie hätten ein starker Unterbau für diesen Bremer „Tatort“ sein können. Doch anstatt Haltung zu zeigen, bleibt „Wenn man nur einen retten könnte“ vage. Er dokumentiert Zustände, statt sie zu durchdringen. Und lässt damit genau jene Ratlosigkeit zurück, die er erzählen will.
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