
Reisezeit verkürzt sich stark
Ägypten bekommt deutsche Schnellzüge
17.11.2025 – 11:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Bald werden Zugfahrten in Ägypten für Einheimische und Touristen dank deutscher Technik um die Hälfte der Zeit verkürzt. Auch der Frachtbetrieb soll damit revolutioniert werden.
Reisende in Ägypten werden künftig deutlich schneller unterwegs sein: Das deutsche Unternehmen Siemens Mobility hat in Kairo erstmals seine neuen Hochgeschwindigkeitszüge präsentiert. Die überarbeitete Version des Velaro-Modells, die auch die Basis für den deutschen ICE 3neo bildet, erreicht bis zu 250 Kilometer pro Stunde und bietet Platz für 489 Passagiere.
Insgesamt 41 dieser Züge sollen künftig Teil eines 2.000 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsnetzes werden, das die wichtigsten Städte des Landes über drei Linien verbindet. Laut Siemens wird das neue Netz für rund 90 Prozent der Bevölkerung zugänglich sein und die bisherigen Reisezeiten um bis zu 50 Prozent verkürzen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Arab Contractors und Orascom Construction umgesetzt.
Besonderes Augenmerk legte Siemens eigenen Angaben nach auf die Anpassung der Züge an Ägyptens Wüstenbedingungen. Die in Deutschland entwickelten und gebauten Modelle verfügen über verstärkte Filtrationssysteme, spezielle Kühltechnik sowie Schutzmechanismen gegen Sand, Hitze und Staub, ein entscheidender Aspekt für den zuverlässigen Betrieb in dem nordafrikanischen Land.
Ebenfalls präsentiert wurde der Regionalzug Desiro High-Capacity, der eine Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h erreicht. Er absolvierte vor gut einer Woche seine erste Testfahrt in der Nähe des neuen Trockenhafens westlich von Kairo. Der Hafen gilt als wichtiger Baustein der sogenannten Green Line – ein 660 Kilometer langes Schienennetz, das das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbinden soll.
Ägyptens Verkehrsminister Kamel El-Wazir bezeichnete die Premiere der Züge auf der Messe TransMEA 2025 als „entscheidenden Moment in der Modernisierung der ägyptischen Verkehrsinfrastruktur“. Das Projekt solle das Reiseerlebnis im Land grundlegend verbessern und die Verbindungen zwischen Städten schneller machen.
Ägyptens Hochgeschwindigkeitsnetz wird jedoch nicht das erste des Kontinents sein. Bereits 2018 nahm Marokko Afrikas erste Schnellfahrstrecke zwischen Tanger und Casablanca in Betrieb. Hier ist der Euroduplex des französischen Herstellers Alstom mit Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h eingekauft worden. Auch andere Hochgeschwindigkeitsprojekte könnten die Verkehrsinfrastruktur Afrikas grundlegend verändern, glauben Experten.











