Das steckt hinter den Preisen

Werkstattkosten für Autofahrer explodieren


29.10.2026 – 10:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Teure Autoreparaturen: Werkstätten verlangen seit 2017 über 60 Prozent mehr Geld für ihre Arbeit. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

Ein Monopol der Autohersteller treibt die Reparaturpreise in die Höhe. Autofahrer können trotzdem sparen.

Die Kosten für einen Werkstattbesuch sind in Deutschland drastisch gestiegen. So haben sich die Stundenverrechnungssätze der Kfz-Werkstätten seit 2017 um 62 Prozent erhöht. Damit stiegen sie mehr als doppelt so schnell wie die allgemeinen Verbraucherpreise, die im selben Zeitraum um 26 Prozent zulegten.

Das geht aus einer Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, über die der „Spiegel“ berichtet. Demnach verlangten die Betriebe im Jahr 2025 im Schnitt 7,5 Prozent mehr Geld. Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet die Versicherungen inzwischen rund 4.600 Euro. Das entspricht einer Steigerung von fast 70 Prozent in acht Jahren. Damit steigen die Kosten für Schäden deutlich schneller als die Beitragseinnahmen der Versicherer, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Das Monopol der Autohersteller

Neben den Stundensätzen der Werkstätten sind es vor allem die Ersatzteile, die die Kosten in die Höhe treiben. Seit 2016 haben sie sich im Durchschnitt um mehr als 80 Prozent erhöht. Die Preise für Bauteile wie hintere Seitenwände, Vordertüren oder Kofferraumklappen haben sich im selben Zeitraum sogar nahezu verdoppelt.

Die Versicherer machen dafür den sogenannten Designschutz der Automobilhersteller verantwortlich. Wer ein geschütztes Teil benötigt, muss es direkt beim Hersteller kaufen. Günstigere Konkurrenzangebote sind rechtlich verboten. Eine EU-Richtlinie, die dieses Monopol reformieren soll, ist zwar verabschiedet, aber noch nicht in nationales Recht umgesetzt.

Rückkehr des Preiskampfs bei Versicherungen

In den vergangenen Jahren trieben die teuren Reparaturen auch die Kfz-Versicherungen in die Höhe. Jetzt kehrt sich das Bild leicht um. Laut dem Vergleichsportal Verivox nehmen die massiven und flächendeckenden Preiserhöhungen ein Ende und der Wettbewerb zwischen den Anbietern kehrt zurück.

Im laufenden Jahr liegen die Tarife im Mittel zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Versicherungsart:

  • Kfz-Haftpflicht: plus drei Prozent.
  • Vollkasko: plus zwei Prozent.

Lediglich bei der Teilkasko stagnieren die Preise. Verivox-Geschäftsführer Aljoscha Ziller führt den gedämpften Anstieg auf das schadensarme Jahr 2025 mit vergleichsweise wenigen Unwettern zurück. Von einer dauerhaften Preiswende kann aus seiner Sicht noch keine Rede sein.

So sparen Sie viel Geld

Um die Reparaturkosten zu senken, sollte man bei der Wahl der Werkstatt beginnen. Freie Werkstätten sind in der Regel günstiger als herstellergebundene Betriebe. Einige Autofahrer befürchten, dass es zu Problemen mit der Gewährleistung kommen könnte, wenn sie nicht die Werkstätten ihres Herstellers nutzen. Diese Furcht ist jedoch unbegründet. Ausschlaggebend im Gewährleistungsfall ist nämlich, wer das Problem verursacht hat, nicht wo Inspektionen durchgeführt wurden. Auch kostenlose Neuwagengarantien sind nicht gefährdet, wenn Sie eine freie Werkstatt wählen, die nach den Vorgaben des Herstellers arbeitet.

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