
„Passt nicht zu unseren Werten“
Tödliche Schüsse und Einreise-Chaos – Werder sagt USA-Trip ab
13.02.2026 – 04:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Werder Bremen streicht seine geplante USA-Tour. Geschäftsführer Klaus Filbry nennt Gewalt in Minnesota und Einreiseprobleme als Gründe.
Eine Sommertour des SV Werder Bremen in die USA findet nicht statt. Geschäftsführer Klaus Filbry hat die seit Monaten vorbereitete Reise nach Minnesota Ende Januar endgültig abgeblasen. Im Gespräch mit der DeichStube nannte er jetzt die Beweggründe – und machte deutlich, dass vor allem die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten den Ausschlag gaben.
Filbry verwies auf Vorfälle in Minnesota, wo Behörden zwei Menschen töteten. „In Minnesota sind durch staatliche Behörden zwei Menschen erschossen worden. In einer Stadt zu spielen, in der gerade Unruhen herrschen und Menschen erschossen werden, passt nicht zu den Werten unseres Vereins. Das wird es bei uns nicht geben“, sagte der Geschäftsführer. Auslöser der Spannungen sind Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis, die international Kritik hervorriefen.
Ein zweiter Faktor waren Unsicherheiten bei der Einreise. Washington plant verschärfte Kontrollen an den Flughäfen: Reisende sollen ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen müssen. Zwar ist diese Regelung noch nicht gültig, könnte aber bald kommen. Der Werder-Boss zeigte sich besorgt: „Man weiß mittlerweile nicht mehr, mit welchem Spieler man noch in die USA einreisen kann aufgrund der verschärften Einreisebedingungen, die unter anderem eine Überprüfung der Social-Media-Profile der vergangenen fünf Jahre vorsieht.“ Wie streng die Behörden die Vorschriften auslegen würden, sei völlig offen.
Hinzu kommt die prekäre Situation in der Bundesliga. Die Bremer rangieren auf dem 16. Platz und müssen mit der Relegation rechnen. Die beiden Entscheidungsspiele sind für den 22. und 26. Mai angesetzt – exakt dann, wenn das Team eigentlich in den USA hätte sein sollen. „Hinzu kommt, dass die aktuelle sportliche Situation eine Planung erschwert und es so auch gewisse wirtschaftliche Risiken gab“, erklärte Filbry. Der PR-Gewinn einer Amerika-Tour wäre groß gewesen, doch unter diesen Umständen überwogen die Bedenken.









