
Weitere Ziele der Gruppe waren laut eigenen Angaben das Steinkohlekraftwerk Reuter, ein Datenknotenpunkt von Vodafone sowie Kabelschächte an Bahntrassen. Die Auswahl der Ziele folgt dabei einem Muster. Es geht um Orte, die für industrielle Produktion, Kommunikation oder Energieversorgung von zentraler Bedeutung sind – und die zugleich symbolisch für das stehen, was die Gruppe behauptet, bekämpfen zu wollen: eine ausufernde Konsumgesellschaft, die wachsende Digitalisierung und die Nutzung fossiler Energien.
Die Ziele der Sabotageaktionen wie Kabelschächte, Funkmasten und Datenleitungen seien kein Zufall, erklärte der Extremismusexperte Felix Neumann von der Konrad-Adenauer-Stiftung bereits 2024 nach dem Tesla-Anschlag.
„Die Gruppe möchte verdeutlichen, wie fragil die Kommunikation und das öffentliche Leben ist.“ Man wolle darauf aufmerksam machen, dass alles angreifbar sei, erklärte Neumann im Gespräch mit dem RBB. „Deswegen suchen sie sich Ziele aus, die nicht nur bei großen Unternehmen wie Tesla, sondern auch bei der naheliegenden Bevölkerung für Strom- oder Telekommunikationsausfälle sorgen.“
In dem Bekennerschreiben zum Anschlag in Lichterfelde betont die „Vulkangruppe“ zwar, dass ein längerer Stromausfall bei privaten Haushalten „weder beabsichtigt noch kalkuliert“ gewesen sei. Doch mögliche Folgeschäden für Unbeteiligte nehmen die Verfasser billigend in Kauf. Sie sprechen von einer Kettenreaktion, die nicht in ihrem Verantwortungsbereich liege.
Statt Verantwortung zu übernehmen, geben sie den Leidtragenden ihres Anschlags ein paar Ratschläge auf den Weg: „Klingeln Sie bei Ihren Nachbar:innen an. Bedenken Sie, ältere oder hilfsbedürftige Menschen bei einem Ausfall des Stroms mitzuversorgen. Versorgen Sie sich und andere Menschen, indem Sie solidarische Unterstützung geben“, heißt es in dem Schreiben.
Dem Bundeskriminalamt (BKA) liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, die auf eine konkrete Gefährdung weiterer Anlagen der Energie- oder Kommunikationsinfrastruktur hindeuten. Ein Sprecher des BKA teilte t-online mit: „Unabhängig davon sind Einrichtungen der kritischen Infrastruktur aufgrund ihrer weiten Verbreitung und den damit verbundenen eingeschränkten Schutzmöglichkeiten grundsätzlich einer abstrakten Gefährdung aus unterschiedlichen Phänomenbereichen der Politisch motivierten Kriminalität ausgesetzt.“
Die Behörden bitten Zeugen weiterhin um Hilfe. Hinweise zum Anschlag in Berlin nimmt der Polizeiliche Staatsschutz in Berlin-Tempelhof unter der Nummer (030) 4664-952101, die Internetwache der Polizei Berlin oder auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.










