„Das ist keine echte Liebe“
Weltmeister mit scharfer Kritik an DFB-Star Schlotterbeck
14.04.2026 – 13:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Seinen Vertrag in Dortmund hat Nico Schlotterbeck jüngst verlängert – jedoch mit einer Ausstiegsklausel. Ein deutscher Weltmeister geht den Verteidiger dafür scharf an.
Der frühere BVB-Verteidiger Jürgen Kohler hat Nico Schlotterbeck nach seiner Vertragsverlängerung bei Borussia Dortmund deutlich kritisiert. „Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe“, sagte der Weltmeister von 1990 im Gespräch mit Sport1.
Nach monatelangen Verhandlungen hatte Schlotterbeck vor wenigen Tagen seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier gesetzt, das bis 2031 läuft. Aber: In dem Kontrakt ist eine Ausstiegsklausel verankert. Der Abwehrmann darf den BVB bereits nach der WM für eine Handvoll Teams verlassen, darunter Real Madrid. Der Wert der Klausel soll Berichten zufolge zwischen 50 und 60 Millionen Euro liegen.
Kohler bezeichnete die Klausel von Schlotterbeck im modernen Fußball als „Verhandlungsrealität“. Entscheidend sei aber „nicht die Symbolik, sondern die Ausgestaltung“, erklärte der 60-Jährige und wurde in Richtung des DFB-Profis deutlich: „Wenn eine Klausel unter Marktwert liegt, verliert ein Verein langfristig die Kontrolle. Du verlängerst – aber planst gleichzeitig schon den nächsten Schritt. Das ist kein Zeichen von Stärke.“
Für die Dortmunder sieht der Ex-Nationalspieler zudem ein entscheidendes Problem. Den Zeitpunkt eines Transfers sowie dessen Bedingungen würden die großen Vereine selbst bestimmen. „Bei Borussia Dortmund habe ich oft das Gefühl, dass man eher reagiert als agiert“, sagte Kohler. „Wenn du immer schon den nächsten Abgang einkalkulierst, wirst du nie ganz oben ankommen.“
Im Fall von Schlotterbeck sei die Verlängerung zwar kurzfristig gut, stellte Kohler klar, da man einen wichtigen Spieler binden würde. Aber: „Langfristig hängt alles daran, ob du die Kontrolle behältst. Du hast jetzt einen Topspieler – aber mit eingebauter Exit-Strategie“, erklärter Kohler. „In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner.“











