
Weltmarktführer reagiert auf Krise
Jungheinrich macht Werk in Lüneburg dicht
Aktualisiert am 14.02.2026 – 09:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Weltmarktführer Jungheinrich schließt sein Werk in Niedersachsen. Mehr als hundert Beschäftigte fürchten um ihren Job. Vor allem Wettbewerber aus einem Land machen dem Unternehmen zu schaffen.
Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich stellt seine Produktion in Lüneburg bis Ende März 2027 ein. Für die 160 Beschäftigen, deren Jobs wegfallen, einigten sich Unternehmen und die IG Metall nach langem Ringen auf einen Interessenausgleich, einen Sozialplan und einen Sozialtarifvertrag, wie die Gewerkschaft mitteilte. Das Unternehmen bestätigte die Einigung. Geregelt sind unter anderem Abfindungen sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft.
Die IG Metall bezeichnete das Ergebnis als substanziell, hält die Schließung des Werks jedoch weiterhin für einen Fehler. „Wir sprechen bei Jungheinrich in Lüneburg nicht über einen Sanierungsfall, sondern über die Aufgabe einer profitablen Produktion“, sagte Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg. „Die Entscheidung war nicht durch akute wirtschaftliche Zwänge getrieben, sondern Teil einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns.“
Ein Sprecher von Jungheinrich nannte die Einigung eine „sozialverträgliche Lösung“. Der Weltmarktführer ist in die Krise geraten. Vor allem die Billig-Konkurrenz aus China macht dem Unternehmen zu schaffen.
Erst vergangene Woche hatten Gespräche über Interessenausgleich, Sozialplan und Sozialtarifvertrag begonnen. Nach einer „viertägigen, intensiven Verhandlungsphase“ stand die Einigung. Nach Angaben der IG Metall hat das Paket ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Vorgesehen ist den Angaben zufolge auch eine Transfergesellschaft, die den Übergang in neue Beschäftigung erleichtern soll. Am Standort selbst sollen Konstruktion und Verwaltung mit zusammen 125 Stellen erhalten bleiben. Die eigentliche Produktion solle jedoch vollständig eingestellt werden.










