Symptome ernst nehmen
Hinter Augentrockenheit können diese Krankheiten stecken
Ann-Kathrin Landzettel
Aktualisiert am 16.07.2026 – 07:36 UhrLesedauer: 4 Min.

Brennen und tränen die Augen, ist das unangenehm. Nicht immer ist lange Bildschirmarbeit schuld. Manchmal ist eine Erkrankung die Ursache.
Viele Menschen kennen die unangenehmen Symptome trockener Augen. Oft lösen Zugluft, langes Arbeiten am Computer oder das Tragen von Kontaktlinsen das Brennen, Tränen und Fremdkörpergefühl im Auge aus. Doch trockene Augen können auch ein Hinweis auf Erkrankungen sein. Besonders, wenn die Beschwerden mit Rötungen, Schmerzen und Sehstörungen einhergehen, sollten Betroffene eine augenärztliche Praxis aufsuchen. Lesen Sie hier, welche Krankheiten hinter trockenen Augen stecken können.
Instabiler Tränenfilm macht Augen trocken
Damit die Augenoberfläche gesund und feucht bleibt, braucht sie einen stabilen Tränenfilm. Dieser versorgt das Auge mit Nährstoffen und schützt es vor Trockenheit, Keimen und Fremdkörpern. Auch sorgt er dafür, dass das Lid gut über das Auge gleiten kann. Der Tränenfilm setzt sich aus drei Schichten zusammen: einer Schleimschicht, einer wässrigen Schicht sowie einer Lipidschicht.
Drei Schichten schützen das Auge
Die Schleimschicht sorgt dafür, dass der Tränenfilm an der Hornhautoberfläche des Auges haftet und einen stabilen Film bilden kann. In der wässrigen Schicht sind neben Nährstoffen unter anderem auch Elektrolyte enthalten, welche die Befeuchtung des Auges unterstützen. Die Lipidschicht schützt den schleimigen und wässrigen Anteil der Tränenflüssigkeit vor rascher Verdunstung.
Trockene Augen: Symptome, die Sie kennen sollten
Ist zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden oder ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört und verdunstet dieser zu rasch, treten Beschwerden auf. Mediziner sprechen von Keratoconjunctivitis sicca oder Sicca-Syndrom. Zu den typischen Symptomen trockener Augen gehören laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA):
- Fremdkörpergefühl
- Brennen
- Tränen
- Augenrötung
- Schleimabsonderung
- Lichtempfindlichkeit
- geschwollene Augenlider
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
- Probleme am Bildschirm
- Unverträglichkeit von Kosmetika
- Beschwerden bei Luftzug, im Flugzeug oder in rauchiger Luft
- Verschwommenes Sehen
Viele Betroffene sind überrascht, dass trockene Augen tränen können. Doch das widerspricht sich nicht: Gereizte Augen produzieren oft vermehrt Reflextränen. Diese befeuchten zwar kurz das Auge, können aber nicht den Tränenfilm stabilisieren. Trotz der Tränen bleiben die Augen trocken.
Trockene Augen – der häufigste Grund
Trockene Augen sind ein Volksleiden. Laut dem BVA leidet etwa jeder fünfte Patient, der eine augenärztliche Praxis aufsucht, unter einer Benetzungsstörung des Auges. In den meisten Fällen ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört und die Tränenflüssigkeit verdunstet zu schnell.
Oft liegt eine zu geringe Bildung von Lipiden zugrunde. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Meibom-Drüsen am Lidrand. Sie bilden den fettigen Anteil des Tränenfilms. Arbeiten diese Drüsen nicht richtig oder sind ihre Ausgänge verstopft, wird der Tränenfilm instabil. Laut der Leitlinie „Trockenes Auge“ des BVA und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft ist die Meibom-Drüsen-Dysfunktion der häufigste Risikofaktor für die Entstehung eines trockenen Auges.
Was trockene Augen begünstigt
Oft sind trockene Augen auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Langes Starren auf Bildschirm, Tablet oder Smartphone belastet die Augen, weil Menschen dabei seltener blinzeln und der Tränenfilm dadurch leichter verdunstet. Auch Kontaktlinsen, Zugluft, Heizungsluft, Klimaanlagen und Rauch können die Beschwerden verstärken. Halten die Symptome länger an, helfen befeuchtende Tropfen nicht ausreichend oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollten Betroffene abklären, ob möglicherweise eine Erkrankung der Auslöser ist.
