Vielerlei Ursachen

Was sind Gliederschmerzen? Das Symptom kurz erklärt


Aktualisiert am 05.08.2026 – 16:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Schmerzende Wade (Symbolbild): Gliederschmerzen sind ein Allgemeinsymptom, können also die unterschiedlichsten harmlosen bis schwerwiegenden Gründe haben. (Quelle: Daria Kulkova/getty-images-bilder)

Praktisch jede(r) hatte sie schon einmal: Gliederschmerzen. Hier erfahren Sie, welche Art von Beschwerden damit gemeint sind und was dahinterstecken kann.

Gliederschmerzen sind Schmerzen im Bereich der oberen und unteren Extremitäten, also der Arme und Beine. Die Beschwerden sind sehr variabel: Sie können ein- oder beidseitig auftreten, eine gesamte Extremität oder nur einen Teil davon betreffen, gleichbleibend sein oder zeitweilig aussetzen und sich nur bei Bewegung oder auch in Ruhe bemerkbar machen.

Zudem sind mit Gliederschmerzen jegliche Schmerzen in Armen und Beinen gemeint – unabhängig von ihrem Ursprung. Der Begriff umfasst also:

  • Muskelschmerzen (Myalgien),
  • Gelenkschmerzen (Arthralgien),
  • Nervenschmerzen (Neuralgien) und
  • Knochenschmerzen (Ostealgien).

Dementsprechend vielfältig sind die möglichen Schmerzauslöser. Zu den krankhaften Ursachen für Gliederschmerzen gehören unter anderem zahlreiche Infektionen (etwa mit Viren oder Bakterien), Gelenkerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Durchblutungsstörungen.

Eingrenzen lässt sich die Ursache für die Beschwerden oft schon anhand der weiteren Symptome. So sind Gliederschmerzen in Kombination mit Kopfschmerzen meist Anzeichen einer Erkältung oder Grippe – beides sind Virusinfektionen. Auch begleitendes Fieber deutet auf eine Infektion hin.

Dabei entstehen die Gliederschmerzen dadurch, dass das Immunsystem auf die Infektion reagiert, indem es den ursächlichen Erreger bekämpft. Denn bestimmte körpereigene Botenstoffe, die an der Immunreaktion beteiligt sind, erhöhen als Nebeneffekt die Schmerzempfindlichkeit des Körpers.

Gut zu wissen

Diese Immunreaktion auf Infekte ist vergleichbar mit den Beschwerden, die vorübergehend nach Impfungen auftreten können – wie Schmerzen an der Impfstelle sowie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Solche Impfreaktionen zeigen ebenfalls, dass sich der Körper mit dem Erreger auseinandersetzt.

Seltener stecken andere Infektionen hinter Gliederschmerzen. Dazu zählen sonstige Viruserkrankungen (wie etwa Covid-19, Hepatitis A oder das Denguefieber), Erkrankungen durch Bakterien (wie Borreliose oder Typhus) sowie Parasitenerkrankungen (wie Malaria).

Liegt keine Infektion vor, sind Gliederschmerzen häufig auf Überlastungen, Verletzungen und/oder Fehlhaltungen zurückzuführen. Weitverbreitet ist etwa der Muskelkater, der nach starker und ungewohnter Belastung auftritt.

Daneben können Gliederschmerzen viele weitere Ursachen haben. Dazu gehören vor allem:

  • Entzündung eines oder mehrerer Gelenke (Arthritis)
  • verschleißbedingte Gelenkerkrankung (Arthrose)
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Gicht
  • Durchblutungsstörungen wie die auch als Schaufensterkrankheit bezeichnete pAVK oder der Verschluss eines Blutgefäßes aufgrund einer Thrombose oder einer Embolie
  • komplexes regionales Schmerzsyndrom (englisch: complex regional pain syndrome, CRPS)
  • Osteoporose (Knochenschwund)
  • Erkrankung der Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks (Polyneuropathie)
  • rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis
  • Tumorschmerzen, etwa bei Prostata-, Brust- und Lungenkrebs
  • Autoimmunerkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen)

Manchmal verrät schon eine genaue Beschreibung der Gliederschmerzen, was deren Ursache ist: Seit wann und wo tut es weh, wie stark sind die Schmerzen und wie fühlen sie sich an? Weitere Hinweise liefert eine Untersuchung der betroffenen Extremität – etwa auf sichtbare Hautveränderungen, Schwellungen, Empfindungsstörungen oder Druckschmerzhaftigkeit.

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