Gesund abnehmen oder nur schlaues Marketing?
Protein-Fasten: Das verbirgt sich hinter dem Trend
Aktualisiert am 05.08.2026 – 07:29 UhrLesedauer: 4 Min.

Protein-Fasten kombiniert Intervallfasten mit einer Extraportion Protein, um die Gewichtsreduktion zu unterstützen. Experten bemängeln jedoch die wissenschaftliche Grundlage dieses Trends.
Wer abnehmen will, stößt früher oder später auf das Intervallfasten. Dabei wird nur in einem bestimmten Zeitfenster gegessen, zum Beispiel acht Stunden am Tag oder fünf Tage in der Woche. Die restliche Zeit wird gefastet. Eiweißfasten ist eine Abwandlung dieser Methode, bei der das Intervallfasten mit einem erhöhten Eiweißanteil in der Nahrung kombiniert wird. Dadurch soll die Gewichtsreduktion noch verstärkt und weitere gesundheitliche Vorteile erzielt werden.
Aber wie effektiv ist diese Strategie wirklich? Und birgt sie auch Risiken?
Gut zu wissen
Beim klassischen Intervallfasten ist nicht vorgeschrieben, was man essen darf. Es sollte allerdings möglichst gesund sein. Insgesamt lassen Studien vermuten, dass man mit dem Intervallfasten in etwa so viel abnehmen kann wie mit einer klassischen Diät, bei der man über den Tag verteilt einen Teil der Kalorien einspart. Letzteres wird als kontinuierliche Kalorienrestriktion bezeichnet.
Wie funktioniert Protein-Fasten?
Beim Protein-Fasten wird der Anteil an eiweißreichen Lebensmitteln in der Ernährung erhöht. Während eine normale Ernährung etwa 15 bis 25 Prozent Eiweiß enthält, sollen bei dieser Fastenform etwa 35 Prozent der täglichen Kalorien über Eiweiß aufgenommen werden. Außerdem sollten diese eiweißreichen Mahlzeiten gleichmäßig über die Fastenzeit verteilt werden.
Das heißt: Anstatt Protein nur in einer oder zwei Mahlzeiten aufzunehmen, sollten sie besser alle zwei bis drei Stunden Protein zu sich nehmen, etwa in Form von eiweißreichen Snacks. Diese Form des Fastens wird daher auch als Intervallfasten mit Protein Pacing bezeichnet. Denn das Protein Pacing ist eine Form der Ernährung, bei der Eiweiß in kleinen Portionen regelmäßig über den Tag verteilt aufgenommen wird.
- 16:8-Fasten: Intervallfasten – warum nehme ich nicht ab?
Vorteile des Protein-Fastens
Große Aufmerksamkeit bekam das Protein-Fasten durch eine Studie aus dem Jahr 2024. Dabei wurde festgestellt, dass Intervallfasten mit Protein Pacing die Gewichtsabnahme im Vergleich zu einer kalorienreduzierten mediterranen Diät steigert. Studienteilnehmer, die diesem Fastenmodell folgten, verloren mehr Körpergewicht und Bauchfett, ohne dass die Muskelmasse stark abnahm. Zudem berichteten die Probanden über weniger Magen-Darm-Beschwerden, was die Autoren auf eine Zunahme vorteilhafter Darmbakterien der Familie Christensenellaceae zurückführten.
Dabei ist der Ansatz, mit einem höheren Proteinanteil abzunehmen, nicht neu. Denn es wird schon länger vermutet, dass eine proteinreiche Ernährung schneller satt macht, die Muskelmasse erhält, den Energieverbrauch erhöht und zur Reduzierung von Heißhungerattacken beiträgt.
Und auch Intervallfasten hat nachweislich einen positiven Effekt auf die Gewichtsreduktion und den Stoffwechsel. So hilft es offenbar nicht nur beim Abnehmen, sondern verbessert auch den Insulinstoffwechsel und hilft, Blutzuckerschwankungen zu reduzieren. Zudem geht nach bisherigem Forschungsstand weniger Muskelmasse verloren als bei einer kontinuierlichen Kalorienrestriktion. Vor allem die Effekte auf Insulin und Blutzucker können Intervallfasten auch zu einem guten Mittel für Typ-2-Diabetiker machen. Da aber wie bei jeder Diät ein gewissen Risiko für eine Unterzuckerung besteht, sollte sie nur nach ärztlicher Rücksprache durchgeführt werden.
