
Laut dem ADAC ist eine Fahrbahn zwischen dem Dreieck Potsdam und dem Schönefelder Kreuz gegen 19 Uhr immer noch wieder freigegeben. Die Verkehrsexperten warnen: „Fahren Sie bitte besonders vorsichtig.“
In knapp 20 Landkreisen und Städten in Ostdeutschland hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Warnstufe Rot und damit die zweithöchste Wetterwarnstufe ausgerufen. Es herrsche bis 21 Uhr „Gefahr für Leib und Leben“ und hohe Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz.
Die Warnungen gelten für Teile von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Empfohlen wird, den „Aufenthalt im Freien und Fahrten“ zu vermeiden. Wer im Auto unterwegs sei, so die Wetterexperten, sollte „möglichst volltanken, Decken und warme Getränke mitführen“.
Am Berliner Flughafen BER können die ersten Flugzeuge wieder starten. „Es geht langsam, langsam wieder los“, sagte eine Sprecherin. Die erste Maschine startete demnach am späten Vormittag mit großer Verspätung. Aufgrund des schnell gefrierenden Regens war am Morgen zunächst eine Enteisung der Flugzeuge nicht möglich, weswegen keine Maschinen vom Hauptstadtflughafen abheben konnten.
In Südbrandenburg kommt es wegen des Winterwetters zu Störungen im Nahverkehr. Wegen vereister Straße ist der ÖPNV in Senftenberg, Lauchhammer und Großkmehlen eingestellt, wie die Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz mitteilte. Auch der Linienbetrieb in Teltow-Fläming liegt nach Angaben der Verkehrsgesellschaft derzeit im gesamten Gebiet still.
Zwischen Berlin und Hannover kommt es zu Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Die Bahn meldet folgende Ausfälle:
- Die ICE-Sprinter Berlin – Hannover – Köln – Bonn fallen aus.
- Die ICE-Linie Berlin – Wolfsburg – Kassel Wilhelmshöhe – Frankfurt(M) – Saarbrücken fällt aus.
- Die ICE-Linie Berlin – Braunschweig – Frankfurt(M) Süd – Frankfurt(M) Flughafen – Karlsruhe fällt aus.
- Die ICE-Linie Berlin – Hannover – Münster(Westf) – Dortmund – Köln – Aachen fällt zwischen Berlin und Hannover aus.
- Die ICE-Linie Berlin – Hannover – Bremen – Oldenburg(Oldb) fällt zwischen Berlin und Hannover aus.

Eisregen und glatte Straßen haben in Ostsachsen zu vielen Unfällen geführt. Auf dem Gebiet der Polizeidirektion Görlitz wurden bislang schon mehr als 30 Glätteunfälle registriert, bisher alle ohne Verletzte.
In Hoyerswerda und Umgebung ist derweil der komplette Busverkehr zum Erliegen gekommen. „Die Fahrzeuge kommen teilweise kaum vom Hof, spätestens auf den Straßen ist dann Schluss“, sagte ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda. Teils liege ein dicker Eispanzer auf der Straße.
Am Berliner Flughafen BER können wegen des Eises am Morgen keine Flugzeuge starten. Aufgrund des schnell gefrierenden Regens sei eine Enteisung der Flugzeuge derzeit nicht möglich, sagte eine Sprecherin.
Davon seien derzeit nur Starts betroffen, Landungen sind am BER aktuell möglich. Passagiere müssen mit Flugausfällen sowie massiven Verspätungen rechnen. Sie sollen bei den Airlines den Flugstatus prüfen.
Bei dem Versuch, mit dem Fahrrad einen zugefrorenen Fluss zu überqueren, ist ein Mann in Lübeck durchs Eis gebrochen. Nach Angaben der Polizei wollte der 61-Jährige am Mittwochabend die Wakenitz überqueren, als die Eisdecke nachgab und er ins Wasser stürzte. Der Vorfall ging glimpflich aus: Der Mann befreite sich selbstständig aus dem eiskalten Wasser.
Im Osten von Deutschland leuchtet auf der DWD-Warnkarte ein großer, roter Fleck: Am Donnerstagmorgen herrscht dort „Gefahr für Leib und Leben“. Der DWD warnt vor hoher Glättegefahr durch gefrierenden Regen und Eisansatz.
Der DWD rät, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Wer unbedingt auf das Auto angewiesen ist, soll möglichst volltanken und Decken und warme Getränke mitführen.
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Eis und Glätte führen am Morgen zu Einschränkungen im Berliner U-Bahnnetz. Die Linie U2 ist nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) derzeit teilweise unterbrochen. Auch die U3 ist nach Angaben der BVG unterbrochen.
Auch im Osten Mecklenburg-Vorpommerns sowie auf Teilen Usedoms kann es zu gefrierendem Regen mit unwetterartiger Glätte kommen. Die amtliche Unwetterwarnung gilt zunächst bis voraussichtlich 15 Uhr.
Im Norden Brandenburgs können bis zum Mittag laut DWD bis zu fünf Zentimeter Neuschnee fallen. Ab Mittag gehe der Schnee in Regen über. Der gefrierende Regen fällt laut Prognose auch im Großteil des ganzen Bundeslands sowie in Berlin. Zwischendurch setze der Regen aus, aber am Nachmittag und Abend in der Westhälfte wieder ein, wie der DWD mitteilte.
Eine amtliche Unwetterwarnung des DWD, die auch über Warnapps wie Nina verbreitet wurde, gilt etwa in Berlin bis 10 Uhr.

Am Rande eines Hochs über Skandinavien wird mit östlicher Strömung die kalte Festlandsluft in den Norden und Osten gesteuert. Dagegen lenken atlantische Tiefausläufer mildere Meeresluft in den Süden und Westen.
Fast in ganz Deutschland gelten am Donnerstagmorgen amtliche Warnungen vor Glätte. In den meisten Regionen hat der DWD die niedrigste Warnstufe ausgerufen, mit der Warnfarbe Gelb (Stufe 1 von 4). Im Raum München gilt die Warnung zunächst bis 10 Uhr, ebenso rund um Stuttgart. Erfurt. Magdeburg und Hannover sind bis 11 Uhr betroffen.
Glättebedingte Unfälle bringen Berliner Krankenhäuser und Arztpraxen weiterhin an ihre Belastungsgrenze. „Die letzten Wochen waren wirklich hart für uns“, sagte die Hausärztin und Co-Vorsitzende des Hausärzteverbandes Berlin und Brandenburg, Sandra Blumenthal, der Deutschen Presse-Agentur. Zum einen würden viele der aus dem Krankenhaus entlassenen Glätte-Patienten in der Arztpraxis nachversorgt, zum anderen litten zurzeit viele Menschen an einer Atemwegserkrankung.
Die größte Herausforderung sei die ungewöhnlich lange Dauer der Glätteperiode, sagte die Sprecherin des Berliner BG-Unfallkrankenhauses, Angela Kijewski. Glatteis gebe es jedes Jahr, aber selten so lange am Stück wie jetzt. Kijewski sprach von einer Ausnahmesituation. „Es sind alle sehr stark strapaziert.“










