Umstrittenes Tennismatch bei Blackout
Wegner lässt rechtliche Schritte gegen „Tagesspiegel“ prüfen
17.03.2026 – 20:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Kai Wegner wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe sein Krisenmanagement beim Blackout im Januar geschönt. Der Regierende hat sich dafür einen prominenten Anwalt geholt.
Kai Wegner (CDU) reagiert nun doch auf die jüngsten Bericht des „Tagesspiegel“. Nachdem die Senatskanzlei zunächst keine Stellung nehmen wollte, lässt Berlins Regierender Bürgermeister jetzt rechtliche Schritte gegen die Zeitung prüfen.
Der „Tagesspiegel“ hatte berichtet, dass Wegner die Öffentlichkeit beim Stromausfall am 3. Januar 2026 offenbar zweimal in Bezug auf sein Krisenmanagement getäuscht hat.
„Diese Aussage ist haltlos“, erklärte Wegners Anwalt Christian Schertz am Dienstagnachmitag. Der Medienrechtler spricht von einer „kampagnenartigen Formulierung“. Schertz zählt zu den bekanntesten Anwälten für Presserecht in Deutschland – er vertrat unter anderem Jan Böhmermann und Günther Jauch.
Im Kern geht es um die Frage, wann Wegner am 3. Januar mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerium telefonierte. In einem Welt-TV-Interview am 7. Januar hatte er Gespräche mit der Bundesregierung aufgezählt und dann hinzugefügt: „Und ja, ich habe von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich den Kopf freikriegen wollte.“
Laut „Tagesspiegel“ legen Dokumente der Senatskanzlei nahe, dass die Kontakte zur Bundesregierung am Vormittag noch nicht stattfanden.
Senatssprecherin Christine Richter hatte zuvor bereits mitgeteilt, Wegner habe sich bei Welt TV nicht zu der Frage geäußert, wann er mit den genannten Stellen telefoniert habe. „Seine dortige Aussage zum Tennisspiel zwischen 13 und 14 Uhr war allein als Ergänzung zu verstehen.“
Wegner selbst blieb auch am Dienstag vage. Auf mehrfache Nachfrage erklärte er nach der jüngsten Senatssitzung: „Dazu ist alles gesagt. Ich stand mit diversen Stellen im Austausch. Und ich habe eine Stunde Tennis gespielt.“
Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte auf dpa-Anfrage, dass es am 3. Januar mehrere Gespräche zwischen Wegner, Kanzler Friedrich Merz und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (beide CDU) gegeben habe. Den genauen Zeitpunkt nannte er nicht.












