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Home » Was das Standarddepot kostet und kann
Wirtschaft

Was das Standarddepot kostet und kann

By zeit-heute.deSeptember 10, 20263 Mins Read
Was das Standarddepot kostet und kann
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Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Die Förderung ist bei allen Varianten der neuen Altersvorsorge gleich. Für Ihre Einzahlungen erhalten Sie eine jährliche Grundzulage von bis zu 540 Euro, für jedes kindergeldberechtigte Kind zusätzlich bis zu 300 Euro. Wer vor dem 25. Geburtstag startet, bekommt einmalig 200 Euro Bonus. Außerdem können Sie Ihre Einzahlungen von bis zu 1.800 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen.

Das Finanzamt prüft wie bei Riester automatisch, was für Sie günstiger ist – die Zulagen oder die steuerliche Erstattung. Fällt die steuerliche Entlastung höher aus als die Zulagen, profitieren Sie zusätzlich. Bringen Ihnen die Zulagen mehr, erhalten Sie ausschließlich diese.

Was kostet das Standarddepot?

Die jährlichen Effektivkosten sind gesetzlich auf höchstens 1,0 Prozent begrenzt. Wie viel es am Ende wirklich kostet, hängt vom Anbieter ab. Hier lohnt der Vergleich, denn gerade digitale Anbieter dürften den Deckel deutlich unterschreiten.

Perspektivisch soll es zusätzlich ein staatlich organisiertes Standarddepot geben. Es soll eine besonders günstige und einfache Lösung für Anfänger bieten und denselben Regeln folgen wie die privaten Angebote. Wie und wann genau es umgesetzt wird, ist allerdings noch offen – ob es pünktlich zum 1. Januar 2027 startet, gilt als fraglich.

Die Vorteile des Standarddepots

Der größte Pluspunkt des Standarddepots liegt in seiner Einfachheit: Sie müssen sich nicht selbst mit der Frage beschäftigen, welche Fonds zu Ihnen passen, und profitieren dennoch von den Renditechancen des Kapitalmarkts. Gleichzeitig sorgt der gesetzliche Rahmen für Schutz und Vergleichbarkeit.

  • Keine eigene Auswahl nötig: Der Anbieter stellt die Anlage zusammen und schichtet sie zum Rentenbeginn hin schrittweise sicherer um.
  • Kostendeckel: Die jährlichen Effektivkosten dürfen höchstens 1,0 Prozent betragen.
  • Gute Vergleichbarkeit: Weil die Vorgaben für alle Anbieter eng gefasst sind, lassen sich die Angebote leichter miteinander vergleichen.
  • Renditechancen des Kapitalmarkts: Durch den chancenorientierten Fondsanteil können Sie an der Entwicklung der Aktienmärkte teilhaben.
  • Digitaler Abschluss: Das Standarddepot lässt sich ohne Beratung online abschließen.

Die Nachteile und Risiken

Das Standarddepot ist bequem, vor allem beim Preis und bei der Gestaltungsfreiheit sollten Sie aber genau hinsehen.

  • Kursschwankungen: Auch das Standarddepot ist über den chancenorientierten Fondsanteil den Schwankungen der Börse ausgesetzt. Eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge gibt es nicht.
  • Kostendeckel ist kein Schnäppchen: Ein Prozent Effektivkosten pro Jahr klingt niedrig, ist im Vergleich zu kostenfreien Depots und günstigen ETF-Sparplänen aber teuer. Entscheidend wird sein, zu welchem Preis die Anbieter das Standarddepot tatsächlich anbieten. Erste Signale von rein digitalen Anbietern deuten darauf hin, dass diese deutlich unter der Marke von einem Prozent bleiben dürften.
  • Weniger Gestaltungsfreiheit: Sie können die Aufteilung zwar anpassen, wählen aber nicht frei aus dem gesamten Fondsangebot, das für die geförderte Altersvorsorge erlaubt ist. Wer maximale Kontrolle über seine Anlage möchte, ist mit dem individuellen Depot besser bedient.
  • Gebundenes Kapital: Wie bei allen geförderten Varianten gilt: Eine Auszahlung vor dem Alter von 65 Jahren ist förderschädlich – erhaltene Zulagen und Steuervorteile müssten Sie dann zurückzahlen.

Für wen eignet sich das Standarddepot?

Das Standarddepot kann für Menschen geeignet sein, die

  • staatlich gefördert mithilfe des Kapitalmarkts vorsorgen möchten,
  • keine eigenen Anlageentscheidungen treffen wollen,
  • eine vorgefertigte, unkomplizierte Lösung suchen
  • und Wert auf einen klaren Kostenrahmen legen.

Wer sich die Auswahl selbst zutraut und Kosten weiter drücken möchte, könnte mit einem individuellen Depot günstiger fahren.

Fazit: Worauf Sie achten sollten

Das Standarddepot ist die bequeme Einstiegsvariante der neuen Altersvorsorge: einfach, digital abschließbar und mit einem Kostendeckel. Der Preis für diese Bequemlichkeit können jedoch höhere Gebühren sein als bei einem selbst zusammengestellten Depot. Vergleichen Sie deshalb die Angebote genau – und behalten Sie im Blick, ob das angekündigte staatliche Standarddepot eine noch günstigere Alternative wird.

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