
Krypto-Crash oder Kaufgelegenheit?
Warum der Bitcoin fällt – und was das für Anleger heißt
18.11.2025 – 16:44 UhrLesedauer: 4 Min.

Nach dem Höhenflug kommt der Absturz: Wie tief kann der Bitcoin noch fallen – und lohnt sich das Warten?
Wie schnell sich die Stimmung an den Kryptomärkten drehen kann, zeigt aktuell der Kursverlauf der ältesten und bekanntesten Digitalwährung: Bitcoin ist erstmals seit sieben Monaten unter die Marke von 90.000 US-Dollar (etwa 78.000 Euro) gefallen. Allein am Dienstag sank der Kurs um rund drei Prozent und notierte bei 89.287 Dollar. Das ist ein Rückgang um fast 30 Prozent seit dem Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober.
Anleger fragen sich: Ist das der Beginn eines langfristigen Abschwungs – oder doch nur eine vorübergehende Schwächephase?
„Die abrupten Kursbewegungen von Bitcoin verdeutlichen nicht nur die Sensibilität gegenüber globalen politischen Entwicklungen und makroökonomischen Einflüssen, sondern auch das fragile Gleichgewicht zwischen Optimismus und Vorsicht“, sagt Vivien Lin, Produktstrategin bei der Kryptobörse BingX. Immer wieder sei zu beobachten, dass auf positive Signale kurzfristige Kursgewinne folgten, die jedoch schnell durch Gewinnmitnahmen wieder aufgezehrt würden.
Auch andere Kryptowährungen geraten unter Druck: Ether, die zweitgrößte Digitalwährung, fiel innerhalb eines Monats um knapp 21 Prozent auf rund 3.000 US-Dollar (etwa 2.586 Euro) und hat damit sogar fast 40 Prozent seit dem Sommer verloren. Solana büßte innerhalb eines Monats rund 28 Prozent an Wert ein. Das deutet auf eine wachsende Verunsicherung unter Anlegern hin.
Was bedeutet das? Bitcoin reagiert aktuell besonders stark auf die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten und damit auch auf geldpolitische Entscheidungen, wie sie etwa die US-Notenbank trifft. Gerade, wenn Tech-Werte fallen, sinkt auch der Bitcoin-Kurs. Der Abwärtsdruck verstärkt sich zusätzlich durch Verkäufe institutioneller Investoren, die nach der jüngsten Rally Gewinne mitnehmen.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: die Zinsentwicklung in den USA. Zwar hoffen viele Anleger auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve, doch diese zeigt sich vorsichtig. Alberto Musalem, Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, betonte kürzlich, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und man sich mit weiteren Zinssenkungen Zeit lassen müsse.









