
Sicher angelegt
Warum Zinsen für Sparer 2026 unverzichtbar bleiben
06.01.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 5 Min.

Tagesgeld und Festgeld versprechen keine Renditewunder. Warum sie trotzdem eine Schlüsselrolle beim Vermögensaufbau spielen.
Viele Deutsche lassen ihr Geld unverzinst auf dem Tagesgeldkonto liegen. Das ist auf den ersten Blick sinnvoll: Wer liquide bleibt, kann unerwartete Ausgaben jederzeit stemmen. Doch genau hier liegt ein häufig unterschätztes Problem, sagt Jasmin Ehlert, Chefanalystin der Sparplattform Raisin. Oft bleibt Geld deutlich länger auf dem Konto liegen, als eigentlich nötig wäre. So lange, dass sich selbst ein sechsmonatiges Festgeld mit spürbarer Verzinsung gelohnt hätte.
Auch im Jahr 2026 kommen Sparer daher am Thema Zinsen nicht vorbei. Große Sprünge bei den Zinssätzen sind zwar nicht zu erwarten. Doch gerade diese Stabilität eröffnet Chancen – vorausgesetzt, Anleger setzen Zinsen gezielt ein. Welche Rolle sie künftig beim Vermögensaufbau spielen und worauf Sparer jetzt achten sollten, erklärt Jasmin Ehlert im Gespräch mit t-online.
Zinsen genießen in Deutschland einen besonderen Vertrauensvorschuss. Viele Menschen interessieren sich stärker für Tagesgeld und Festgeld als für ETFs oder Aktien. Für Jasmin Ehlert ist das wenig überraschend. Zinsprodukte seien „greifbar, verständlich und sicher“. Viele Menschen wüssten sofort, was sie bekommen: einen festen Zinssatz für eine bestimmte Laufzeit.
Hinzu kommt die starke Präsenz des Themas in den Medien. Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) wirken sich nicht nur auf Sparzinsen, sondern auch auf Kredite aus. Dadurch betreffen sie den Alltag vieler Menschen direkt. Die zentrale Frage laute deshalb oft: Muss ich jetzt etwas tun oder kann ich mein Geld einfach liegen lassen? Genau dieses Bedürfnis nach Orientierung treibt das Interesse an Zinsen.
Mit Zinsen allein lässt sich langfristig kein Vermögen aufbauen, sagt Ehlert. Für höhere Renditen sei ein Engagement am Aktienmarkt nötig. Doch daraus folgt nicht, dass Zinsen überflüssig wären – im Gegenteil.
„Man sollte nicht sein gesamtes Vermögen auf ein Steckenpferd setzen“, warnt die Expertin. Wer alles in einen ETF investiert, könne in Schwierigkeiten geraten, wenn größere Ausgaben anstehen – etwa für einen Wohnungskauf, ein Auto oder Familienzuwachs – und die Börsen gerade schwächeln. Aktien seien grundsätzlich eine langfristige Geldanlage, gedacht für Zeiträume von 20, 30 oder 40 Jahren.











