Einfach erklärt
Warum Kaffee besser riecht als schmeckt
17.08.2026 – 07:15 UhrLesedauer: 1 Min.

Der Duft von Kaffee löst bei vielen Menschen Begeisterung aus. Der Geschmack hingegen nicht immer. Die Hintergründe einfach erklärt.
Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk in Deutschland. Nicht nur das. Auch der Geruch von frisch gemahlenen Kaffeebohnen oder frisch gebrühtem Kaffee zählt zu den beliebtesten und am positivsten besetzten Düften überhaupt. Er ist sogar beliebter als der Geschmack von Kaffee. Und dafür gibt es verschiedene Gründe.
Hunderte Aromastoffe im Kaffee
Ausschlaggebend ist der eigene Geruchssinn. Kaffee enthält Hunderte unterschiedliche Aromastoffe. Für jeden Menschen gibt es somit eine Nuance, die mit einer positiven Erinnerung in Verbindung gebracht wird. Und genau diese filtert der Geruchssinn in der Regel heraus.
Beim Kaffeegeschmack ist es hingegen anders. Der Mensch unterscheidet fünf verschiedene Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, umami und bitter. Beim Kaffeetrinken werden vor allem süß und bitter angesprochen. Je nachdem, wie hoch der Anteil an Bitterstoffen im Kaffee ist, schmeckt er entweder süßlich oder bitter. Da nicht jeder den Geschmack bitter mag, wird entweder auf das Getränk verzichtet oder es wird nur mit ausreichend Zucker und Milch getrunken.
- Wissenschaftlich belegt: Milch oder Kaffee: Was kommt zuerst in die Tasse?
Milch und Zucker gegen die Bitterkeit
Die Proteine in der Milch (vor allem Casein) sowie die Fette binden die Bitterstoffe und Säuren im Kaffee. Zusätzlich binden die Milchproteine die Polyphenole im Kaffee. Diese Stoffe sind für die Bitterkeit verantwortlich. Hinzu kommt, dass warme Milch ohnehin süßlich schmeckt und somit ebenfalls die süßlichen Kaffeenuancen hervorhebt. Zucker wirkt hingegen anders, nämlich sensorisch. Mit seiner Süße deckt er die Geschmacksnerven für das Empfinden der Bitterstoffe ab.
Rösten erzeugt neue Bitterstoffe
Für die Bitterkeit ist übrigens hauptsächlich die Chlorogensäure verantwortlich. Sie wird beim Rösten in bittere Verbindungen umgewandelt. Ein weiterer Grund ist das Koffein, das zu den bittersten Bestandteilen des Kaffees zählt. Weitere Bitterstoffe entstehen durch chemische Reaktionen während des Röstens.
Dass viele Menschen Kaffee aber gerne riechen, auch wenn sie ihn nicht trinken, liegt also unter anderem daran, dass Bitterstoffe nicht über den Geruchssinn wahrgenommen werden können.











