Rückzug eines Superstars
Warum David Bowie nach Berlin zog
11.04.2026 – 21:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Als David Bowie nach Berlin kam, wollte er verschwinden – und erfand sich neu. In Schöneberg lebte der Superstar plötzlich wie ein ganz normaler Berliner. Seine Spuren finden sich bis heute.
1976 zog Popstar David Bowie nach Berlin-Schöneberg. Er wollte bewusst eine Phase seines Lebens hinter sich lassen. Die Zeit in der geteilten Stadt gilt als eine seiner wichtigsten Schaffensphasen. Noch heute erinnern Orte und Berichte an den Weltstar in der deutschen Hauptstadt.
West-Berlin war in dieser Zeit ein Ort mit eigener Dynamik, geprägt von Subkultur und künstlerischen Experimenten. Bowie nutzte diese Umgebung, um neue Impulse für seine Arbeit zu finden. Gleichzeitig suchte er bewusst ein Leben, das weniger von Öffentlichkeit und Erwartungsdruck bestimmt war. Auch die Flucht vor seiner Drogensucht spielte beim Umzug nach Berlin eine Rolle.
Die Stadt war damals durch die Berliner Mauer isoliert und befand sich in einer besonderen kulturellen Situation, die viele Künstler anzog. Dieses Umfeld ermöglichte Bowie, Abstand von seinem Starkult zu gewinnen und sich neu zu orientieren.
Die Wohnung, die Bowie bezog, lag in der Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg. Er soll sie zwar kaum eingerichtet haben, einen berühmten Mitbewohner hatte er aber zeitweise trotzdem. Der Musiker und Punk-Pate Iggy Pop lebte dort gemeinsam mit Bowie. Weil er Lebensmittel aus dem Kühlschrank gestohlen haben soll, bezog er dann allerdings eine kleinere Wohnung im Hinterhaus.
David Bowie und Iggy Pop sollen sich aber nie viel in ihrer Wohnung aufgehalten haben. Zu den Orten, die sie regelmäßig besuchten, gehörten unter anderem das Café „Neues Ufer“, das damals noch „Anderes Ufer“ hieß, sowie der Club „Dschungel“, der auch eine Erwähnung im Song „Berlin“ der NDW-Band „Ideal“ gefunden hat. Diese Orte waren Teil der damaligen West-Berliner Szene, in der sich Künstler, Musiker und Kreative begegneten. Auch die Wohnung der niederländischen Sängerin und Schauspielerin Romy Haag zählte zu den Treffpunkten, ebenso wie verschiedene andere Bars und Kneipen in Schöneberg.
Bowie arbeitete während seiner Zeit in Berlin in den Hansa-Studios nahe der Berliner Mauer. In dieser Zeit entstanden die Alben „Low“, „Heroes“ und „Lodger“, die später als „Berlin-Trilogie“ bezeichnet wurden. Auch Iggy Pop konnte in Berlin eine wichtige Schaffensphase verzeichnen. Die berühmten Alben „The Idiot“ und „Lust for Life“ entstanden in dieser Zeit.
Nach Bowies Tod im Jahr 2016 erinnerten Fans in Berlin an ihn. Seine Zeit in der Stadt gilt bis heute als fester Bestandteil der Berliner Kulturgeschichte.










