
Im EM-Finale musste sich die DHB-Auswahl zwar geschlagen geben, doch das Turnier war ein enormer Schritt nach vorn. Die Zukunft des deutschen Handballs ist rosig.
Am Ende triumphierte mal wieder der Champion. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft musste sich im Finale der Europameisterschaft Gastgeber Dänemark mit 27:34 geschlagen geben. Lange konnte die DHB-Auswahl sich wehren und das Spiel eng halten, doch am Ende war das Titel-Triple der Dänen, die sich neben Weltmeister und Olympiasieger nun auch Europameister nennen dürfen, nicht zu verhindern.
Trotz der relativ deutlichen Final-Niederlage hat die deutsche Mannschaft jedoch mit diesem starken Turnier klar bewiesen: Nach dem zurückliegenden Umbruch ist sie mit ihren vielen jungen Spielern schon jetzt in die Weltspitze aufgestiegen. Ein Titel ist zum Greifen nahe.
Nach der Amtsübernahme von Bundestrainer Alfred Gíslason im Jahr 2020 verjüngte der Isländer die Mannschaft Stück für Stück. Im aktuellen EM-Kader standen mit Andreas Wolff (34), Rune Dahmke (32) und Jannik Kohlbacher (30) nur drei Spieler, die schon ihren 30. Geburtstag feierten. Kapitän Johannes Golla zählt mit seinen 28 Jahren ebenso schon zum alten Eisen wie Spielmacher Juri Knorr mit zarten 25 Jahren. Insgesamt sechs U21-Weltmeister von 2023 standen bei dieser EM für die A-Nationalmannschaft auf dem Platz.
In einer solchen Besetzung schaffte es die DHB-Auswahl, sich durch einen Turnierbaum zu spielen, der als wahre Horror-Auslosung galt. Mit Spanien, Portugal, Norwegen, Kroatien und vor allem EM-Titelverteidiger Frankreich besiegte die deutsche Mannschaft eine Handvoll Teams, die allesamt zur Weltelite gehören: Noch im vergangenen Jahr hatte Portugal Deutschland bei der WM im Viertelfinale ausgeschaltet. Kroatien wurde Vizeweltmeister und Frankreich galt in den vergangenen Jahren als die einzige Mannschaft, die den Dänen das Wasser reichen konnte und das beim Sieg im EM-Finale 2024 auch tat.
Trotz einer derart harten Auslosung das Finale der EM zu erreichen, ist bereits ein großer Erfolg. Zumal auch das Endspiel deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf eigentlich hergab – und dennoch deutlich knapper als etwa die 26:39-Klatsche im Olympia-Finale 2024.
Ermöglicht wurden diese Erfolge vor allem dadurch, dass die zahlreichen jungen Spieler im Kader einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht haben. Exemplarisch dafür steht Kreisläufer Justus Fischer. Der erst 22-Jährige fand sich seit seinem Turnierdebüt bei der EM im Januar 2024 vor allem in der Rolle des Ergänzungsspielers hinter Kapitän Golla wieder. Doch bei dieser EM verdiente er sich durch defensiv wie offensiv starke Leistungen deutlich mehr Spielzeit. Höhepunkt wurde das Halbfinale gegen Kroatien, als er eine wackelige deutsche Defensive mit zahlreichen Blocks in der zweiten Halbzeit stabilisierte und zum entscheidenden Faktor wurde. Sein kurzfristiger Ausfall für das Finale durch einen Infekt schmerzte der Mannschaft daher sehr.











