Schulterschmerzen
Wann eine Schulter-OP wirklich nötig ist
Aktualisiert am 22.05.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 4 Min.
In vielen Fällen lassen sich Schmerzen in der Schulter durch nicht-chirurgische Maßnahmen lindern. Mitunter kann aber auch eine Schulter-OP notwendig sein.
Die Schulter ist anfällig für Verletzungen. Die große Kugel des Oberarmkopfes liegt in einer verhältnismäßig kleinen Gelenkpfanne. Die sogenannte Rotatorenmanschette aus Muskeln und Sehnen stabilisiert die Schulter. Unter anderem können Fehlstellungen, Überlastungen, eine schwache Muskulatur und Verengungen anhaltende Schmerzen verursachen. Wann ist eine Schulteroperation sinnvoll?
Drei häufige Schulterprobleme
Drei häufige Schulterbeschwerden sind:
- Schulter-Impingement-Syndrom (Einklemm-Syndrom)
- Frozen Shoulder (Schultersteife)
- Rotatorenmanschetten-Syndrom
Was ist das Schulter-Impingement-Syndrom?
Beim Impingement-Syndrom, auch Engpass-Syndrom oder Schulterengpass-Syndrom genannt, handelt es sich um eine Engstelle im Schultergelenk. Die Verengung betrifft Muskeln (Rotatorenmanschette), Sehnen (Supraspinatussehne) und Nerven unter dem Schulterdach (Akromion). Bei bestimmten Bewegungen verspüren Betroffene Schmerzen.
„Besonders beim seitlichen Heben treten Schmerzen auf. Der Schmerz entsteht, wenn bestimmte Gewebestrukturen im Subakromialraum, dem Raum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf, eingeklemmt werden und sich nicht mehr frei bewegen können. Entzündungen und Degeneration sind die Folge“, erklärt Privatdozent Dr. Bastian Marquaß.
Zur Person
Privatdozent Dr. med. habil. Bastian Marquaß ist leitender Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Seine Behandlungsschwerpunkte sind neben der Sportmedizin primär Schulter-, Knie- und Ellenbogenschmerzen.
Wann beim Impingement-Syndrom operiert werden muss
Unbehandelt kann das Impingement-Syndrom zu erheblichen Schäden im Schultergelenk führen. Konservative Maßnahmen können die Beschwerden gegebenenfalls lindern:
- Vermeidung kritischer Bewegungen
- Physiotherapie, um die Muskeln zu stärken und den Gelenkspalt zu vergrößern
- Einnahme schmerzlindernder und entzündungshemmender Medikamente
- Anwendung von Stoßwellentherapie
- Kortisonspritzen in das Gelenk
„Die Behandlung mit Kortison ist effektiv, sollte aber nicht zu oft durchgeführt werden, da es zu Schäden im Gewebe und der Knochenstruktur kommen kann“, erklärt der Facharzt für Orthopädie. „Bleiben die Beschwerden trotz mehrmaliger konservativer Therapie bestehen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Alle operativen Verfahren zielen darauf ab, die Enge unter dem Schulterdach zu beseitigen. Der Eingriff wird minimalinvasiv als sogenannte Schlüsselloch-OP durchgeführt.“
Was ist eine Frozen Shoulder?
Typisches Symptom der Frozen Shoulder, auch Schultersteife oder adhäsive Kapsulitis genannt, sind starke, einschießende Schmerzen bei der Armbewegung nach oben und hinten. Ursache ist eine entzündete Schulterkapsel – häufig aufgrund degenerativer Prozesse, etwa von Schulterarthrose und rheumatischer Erkrankungen. Auch Verletzungen können Entzündungsprozesse fördern. Das gilt ebenso für Stoffwechselstörungen wie einen Diabetes mellitus oder eine Erkrankung der Schilddrüse. Ist der Auslöser bekannt, sprechen Fachärzte von einer sekundären Frozen Shoulder. Bei der primären Frozen Shoulder ist der Auslöser unklar.
„Der Schmerz entsteht aufgrund einer entzündungsbedingten Schwellung und Vernarbung, welche die Bewegungsfähigkeit zunehmend einschränkt“, erklärt Marquaß. „Nachts können Betroffene oft nur mit starken Schmerzen auf der Schulter liegen. Viele können den Arm nicht mehr über den Kopf heben. Dieses zunehmende ‚Einfrieren‘ der Schulter ist namensgebend für die Frozen Shoulder.“
